Windows startet nicht mehr: So retten Sie Daten und Partitionen mit SystemRescue
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Das kostenlose SystemRescue bündelt essenzielle Werkzeuge für die Daten- und Systemrettung.
Wenn Windows den Start verweigert und die bordeigenen Reparaturmechanismen versagen, droht ohne aktuelles Backup der vollständige Datenverlust. Eine Neuinstallation löst das Problem zwar grundlegend, überschreibt jedoch ungesicherte Dokumente und persönliche Ordner.
Mit einer spezialisierten Live-Umgebung wie SystemRescue lässt sich das blockierte System von außen starten. Das Linux-basierte Notfallsystem erlaubt es, gesperrte Partitionen auszulesen, Schädlinge aufzuspüren und Dateisysteme zu reparieren.
Vorbereitung: Bootfähigen USB-Stick mit Rufus erstellen
Das Gratis-Tool bietet Zugriff auf alle wichtigen Funktionen.
Um das Notfallsystem einsatzbereit zu machen, wird die ISO-Datei von SystemRescue mithilfe des kostenlosen Tools Rufus auf einen leeren USB-Stick geschrieben. Dieser Vorgang macht den Speicherstick bootfähig, sodass der Rechner direkt davon gestartet werden kann.
Secure Boot im UEFI deaktivieren
Moderne Computer verlangen für den Start externer Systeme eine Anpassung in der Firmware. Im UEFI-Menü muss die Sicherheitsfunktion Secure Boot vorübergehend deaktiviert werden, da der Bootvorgang sonst blockiert wird.
Nach dem Start von SystemRescue wird im ersten Auswahldialog die deutsche Tastaturbelegung über den Ländercode 10 aktiviert. Der Befehl startx in der Kommandozeile lädt anschließend die grafische Benutzeroberfläche des Rettungssystems.
NTFS-Partitionen einbinden und Daten sichern
Windows einbinden: Mittels GParted lassen sich Windows-Partitionen erkennen.
Für den Zugriff auf die gespeicherten Dateien muss die Windows-Festplatte identifiziert und gemountet werden. Über das Startmenü links unten lässt sich unter der Kategorie System das Festplatten-Werkzeug GParted aufrufen.

GParted listet die erkannten Laufwerke auf. Typischerweise existieren unter Windows mehrere Partitionen, gekennzeichnet durch Bezeichnungen wie sda1 oder sda2. Über das Terminal wird die Hauptpartition anschließend mit folgendem Befehl schreib- und lesbar eingebunden:
ntfs-3g /dev/sda2 /mnt/windows
Weicht die Bezeichnung der Partition auf dem Zielsystem ab, muss der Pfad im Befehl entsprechend angepasst werden. Liegt der Zugriff vor, können Dokumente, Bilder und Videos auf eine externe Festplatte übertragen oder über den integrierten Firefox-Browser direkt in einen Cloud-Speicher hochgeladen werden.
Dateisysteme reparieren und Sicherungsabbilder anlegen
Fehler finden: Probleme mit Partitionen lassen sich über GParted diagnostizieren.
SystemRescue enthält zudem Software für tiefergehende Reparaturen. Mit dem Dienstprogramm Partimage lassen sich komplette Abbilder beschädigter Partitionen auf externe Medien spiegeln, bevor riskante Reparaturversuche unternommen werden.
Über das Menü Device in GParted lassen sich fehlerhafte Partitionsstrukturen analysieren und Dateisystemprüfungen durchführen. Diese Werkzeuge greifen direkt auf die Datenträgerstruktur zu und können Bootfehler beheben, an denen die Windows-Wiederherstellungsumgebung scheitert.



