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Wissenschaftler entdecken Tausende Makroalgen-Felder vor Grönlands Küste

Satellitenaufnahme der grönländischen Küste Spannende Geschichten

Satellitendaten enthüllen ein riesiges Netzwerk aus treibenden Makroalgen vor der Küste Grönlands.

Ein unerwarteter Kohlenstoffspeicher

Grönland ist mehr als nur ein geopolitischer Brennpunkt. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Gebiet vor der Südwestküste eine entscheidende Rolle im globalen Klimasystem spielt: Wissenschaftler haben aus dem Weltraum fast 8.000 treibende Makroalgen-Teppiche identifiziert.

Die in der Fachzeitschrift Science of The Total Environment veröffentlichte Studie belegt, dass diese Ökosysteme maßgeblich dazu beitragen, Kohlenstoff in die Tiefsee zu transportieren und dort dauerhaft zu speichern.

Kartierung aus dem All

Für die Analyse wertete das Team über 1.300 hochauflösende Aufnahmen des europäischen Sentinel-2-Satelliten aus dem Copernicus-Programm aus. Mithilfe spezialisierter Algorithmen gelang es, exakt 7.973 Algen-Mäntel zu kartieren, die auf dem Festlandsockel vor Südwestgrönland und im Labradorsee verteilt sind.

Bisher wurden solche Ansammlungen meist nur punktuell und fragmentarisch beobachtet. Die neuen Satellitendaten beweisen nun, dass es sich um ein weit verbreitetes und wiederkehrendes Phänomen handelt. Erstmals konnten Forscher den tatsächlichen Umfang dieser Algenmassen im Nordatlantik präzise quantifizieren.

Vom Küstensaum in die Tiefsee

Die Forscher kombinierten die Satellitenbilder mit Bewegungsdaten von 305 im Ozean treibenden Messgeräten (Driftern). Die Ergebnisse zeigen, dass die Algen hunderte Kilometer von der Küste in den offenen Ozean driften können, wobei die Reisezeit zwischen 12 und über 60 Tagen variiert.

Wissenschaftler entdecken Tausende Makroalgen-Felder vor Grönlands Küste

Während dieser Zeit bleiben die Strukturen intakt, bis sie in Regionen mit veränderten ozeanischen Bedingungen gelangen. Im Winter führen Prozesse wie die Tiefenkonvektion dazu, dass das Wasser – und mit ihm die Algen – in große Tiefen sinkt.

Sobald die Algen unter hohen Druck geraten, kollabieren ihre luftgefüllten Strukturen. Die Biomasse sinkt ab, und der darin enthaltene organische Kohlenstoff wird im tiefen Ozean eingeschlossen.

Ein fehlendes Puzzleteil für das Klima

Die Studie liefert den wissenschaftlichen Beweis für die direkte Verbindung zwischen der Algenproduktion an der Küste und den Kohlenstoffsenken am Meeresboden. Lange fehlten klare Belege für den Transportmechanismus dieser organischen Substanz.

Durch die Kombination von Satellitenfernsteuerung, ozeanographischen Daten und numerischen Simulationen schließt das Team diese Forschungslücke. Die Erkenntnisse untermauern die These, dass Küstenökosysteme nicht nur für die marine Biodiversität unverzichtbar sind, sondern auch eine zentrale Rolle im globalen Klimagleichgewicht spielen.

Häufige Fragen

Wie haben Forscher die Algenfelder entdeckt?

Wissenschaftler werteten mehr als 1.300 hochauflösende Aufnahmen des europäischen Sentinel-2-Satelliten aus.

Wie weit driften die Algen von der Küste weg?

Die Algen können hunderte Kilometer von der Küste in den offenen Ozean driften.

Was passiert mit dem Kohlenstoff in den Algen?

Beim Absinken in die Tiefsee kollabieren die Strukturen der Algen, wodurch der organische Kohlenstoff im tiefen Ozean eingeschlossen wird.

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