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Wöchentliche Gratis-Forderungen: Eisdielen-Besitzer serviert Influencer eiskalt ab

Eis in einer Eisdiele Aktuelle News

Frisches Eis in einer Eisdiele.

Die Kopenhagener Bio-Gelato-Bar „Isoteket“ genießt unter Feinschmeckern einen exzellenten Ruf für traditionelles Eis-Handwerk. Genau diese Beliebtheit ruft allerdings regelmäßig Internet-Prominenz auf den Plan – zum Unmut des Betreibers.

Wöchentliche Anfragen nach Gratis-Eis

Geschäftsinhaber Jeppe Villadsen machte auf Facebook öffentlich, dass sich wöchentlich Influencer bei ihm melden. Das Angebot: Reichweite gegen kostenlose Produkte oder direkte Bezahlung.

„Ich glaube ehrlich gesagt, dass es gefälscht ist. Ich stimme zu, dass es eine große Branche ist, aber ich möchte einfach kein Teil davon sein“, stellte Villadsen im Gespräch mit TV 2 Kosmopol klar.

Eis
Eis

Fokus auf Produktqualität statt gekaufter Reichweite

Seit der Eröffnung des Ladens im Jahr 2017 schlägt der Inhaber konsequent alle Kooperationsangebote ausländischer und dänischer Social-Media-Akteure aus. Schnelle Publicity lehnt er aus Prinzip ab.

„Wir versuchen, in allem, was wir tun, transparent und ehrlich zu sein. Ich glaube nicht, dass es transparent und ehrlich ist, wenn Influencer entweder bezahlt werden oder kostenloses Essen bekommen“, so Villadsen. Gute Qualität müsse für sich selbst sprechen.

Wöchentliche Gratis-Forderungen: Eisdielen-Besitzer serviert Influencer eiskalt ab

Behörden nehmen Millioneneinnahmen der Branche ins Visier

Das Geschäft mit Beiträgen und Produktplatzierungen hat sich längst zu einer lukrativen Industrie entwickelt. Werbepartner und Provisionen sorgen bei reichweitenstarken Accounts für beträchtliche Einkünfte, die auch die Behörden beschäftigen.

In Deutschland unterliegen Influencer mit ihren weltweiten Einnahmen der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht. Zu Jahresbeginn nahm eine spezialisierte Steuerfahndungs-Taskforce in Nordrhein-Westfalen über 7.000 Akteure ins Visier. Laut der Finanzverwaltung NRW steht dabei ein steuerstrafrechtliches Volumen von rund 300 Millionen Euro im Raum.

Behördenleiterin Stephanie Thien verwies bereits im Vorfeld darauf, dass manche Akteure monatlich mehrere zehntausend Euro einnehmen, ohne überhaupt steuerlich geführt zu sein.