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WTA führt 5-Minuten-Gentest ein: Tennis-Profis müssen biologisches Geschlecht nachweisen

Clara Tauson führte den Test während des WTA-Turniers in Cincinnati durch Aktuelle News

Clara Tauson absolvierte die neue SRY-Genanalyse der WTA im Rahmen des Turniers in Cincinnati.

Der Weltverband Women’s Tennis Association (WTA) hat eine verpflichtende Geschlechterüberprüfung für alle Spielerinnen auf der Damentour eingeführt. Spätestens zu den US Open muss das gesamte Teilnehmerfeld den Nachweis erbringen, biologisch als Frau geboren zu sein.

Die dänische Spielerin Clara Tauson äußerte sich gegenüber der dänischen Zeitung „BT“ gelassen über den Testablauf. „Es hat fünf Minuten gedauert. Und sie sagten, ich sei eine Frau, worüber ich mich freue“, erklärte die Dänin nach der Untersuchung.

Der SRY-Gentest und das Aus für Transgender-Spielerinnen

Die WTA verlangt von jeder Athletin einmalig in der Karriere eine sogenannte SRY-Genanalyse. Das Screening auf das SRY-Gen (Sex-determining Region Y) stellt fest, ob das auf dem Y-Chromosom verortete Gen vorhanden ist, welches die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale steuert.

Clara Tauson führte den Test während des WTA-Turniers in Cincinnati durch
Clara Tauson führte den Test während des WTA-Turniers in Cincinnati durch

Die Überprüfung erfolgt wahlweise per Speichelprobe, Wangenabstrich oder Blutuntersuchung. Ein positives Testergebnis führt zur Einstufung als biologisch männlich, was einem Startverbot für Transfrauen auf der WTA-Tour gleichkommt.

Abkehr von der bisherigen Testosteron-Regelung

Zuvor durften Transgender-Frauen an WTA-Turnieren teilnehmen, sofern sie ihr Geschlecht als weiblich angegeben und über mindestens zwei Jahre hinweg einen kontinuierlich gesenkten Testosteronspiegel nachgewiesen hatten. Mit dem Verbot schließt sich die WTA Verbänden wie World Athletics, World Aquatics und den Richtlinien des IOC an.

Geteiltes Echo im Spielerinnenfeld

Die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka begrüßte die neue Testpflicht ausdrücklich. „Ich denke, dass es sehr wichtig ist, damit wir die Fairness auf der Tour wahren“, betonte die Belarussin.

WTA führt 5-Minuten-Gentest ein: Tennis-Profis müssen biologisches Geschlecht nachweisen

Jessica Pegula, Weltranglistendritte und Mitglied des WTA-Spielerrates, berichtete von einem reibungslosen Ablauf innerhalb der Tour und stellte fest, dass es bislang keine Beschwerden vonseiten der Spielerinnen gegeben habe.

Coco Gauff stimmt den Tests zwar zu, kritisiert aber die Kommunikation der WTA
Coco Gauff stimmt den Tests zwar zu, kritisiert aber die Kommunikation der WTA

Die zweifache Grand-Slam-Siegerin Coco Gauff übte hingegen Kritik an der internen Informationspolitik der WTA, da viele Profis erst aus den Medien von der Neuerung erfahren hätten. Gauff mahnte zudem an, dass der Schutz des Frauensports nicht als Vorwand für Angriffe auf die Transgender-Community genutzt werden dürfe.

Menschenrechtsorganisationen fordern Stopp

Die Sports & Rights Alliance sowie Human Rights Watch forderten das sofortige Ende der Gentests auf der Tour. Nach Ansicht der Organisationen ignoriere das Verfahren die biologische Komplexität und schaffe Stigmatisierungen.

„Geschlechtstests in ihren vielfältigen Formen wurden als unethisch, unwissenschaftlich und undurchführbar widerlegt und basieren häufig auf rassistischen Geschlechterstereotypen. Die WTA sollte sich darauf konzentrieren, mehr Frauen und Mädchen den Tennissport näherzubringen, anstatt ihn zu Überwachung und Stereotypen zurückzuführen“, erklärte Minky Worden von Human Rights Watch.

Die WTA hält trotz der internationalen Kritik an der flächendeckenden Umsetzung der Testpflicht für alle Spielerinnen fest.