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Zeckenbiss im September Gefahr: Warum der Spätsommer für Wanderer jetzt besonders tückisch wird

Nahaufnahme einer Zecke auf einem Grashalm an einem sonnigen Spätsommertag Aktuelle News

Im feuchtwarmen September erleben Zecken in Deutschland ihren zweiten großen Aktivitätsschub des Jahres.

Ein Zeckenbiss im September birgt erhebliche Gefahren, da die Parasiten direkt vor den kälteren Monaten ihren zweiten massiven Aktivitätsgipfel des Jahres durchlaufen. Viele Spaziergänger und Pilzsammler wiegen sich nach den heißen Sommermonaten in falscher Sicherheit, doch feuchte Spätsommerluft und milde Temperaturen zwischen 12 und 22 Grad Celsius schaffen ideale Jagdbedingungen für den Gemeinen Holzbock. Wer das Risiko jetzt unterschätzt, riskiert unbemerkt schwere Infektionen wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Die biologische Ursache für diesen herbstlichen Schub ist schnell erklärt: Während intensive Sommerhitze und Trockenheit die Spinnentiere in eine schützende Starre zwingen, sorgt der September mit Morgentau und regnerischen Abschnitten für die dringend benötigte Feuchtigkeit. Hungrige Nymphen und ausgewachsene Tiere klettern wieder an Grashalmen empor, um vor dem Winter zwingend eine Blutmahlzeit einzunehmen. Doch warum schätzen viele Menschen die Lage im Herbst grundlegend falsch ein?

Der unterschätzte Spätsommer-Gipfel: Warum Zecken jetzt zuschlagen

Meteorologische Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen regelmäßig, dass der September in weiten Teilen Deutschlands perfekte mikroklimatische Bedingungen im Unterholz bietet. Die Zecken lauern bevorzugt an Waldrändern, auf Waldlichtungen und in heimischen Gärten, wo sie von Menschen oder Haustieren im Vorbeigehen abgestreift werden. Durch Aktivitäten wie das Sammeln von Pilzen, die Gartenarbeit oder Wanderungen durch hohes Gras steigt die Kontaktrate drastisch an.

„Viele Menschen glauben fälschlicherweise, die Zeckensaison ende im August. Tatsächlich registrieren wir im September und goldenen Oktober oft einen zweiten Höhepunkt bei Neuinfektionen mit Borrelien“, warnt Dr. Susanne Weber, Fachärztin für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie.

Hinzu kommt ein verhängnisvoller psychologischer Faktor: An warmen Spätsommertagen wird gern noch kurze Kleidung getragen, während die Aufmerksamkeit für das anschließende Absuchen des Körpers sinkt. Da besonders die winzigen Nymphen kaum größer als ein Mohnsamen sind, bleiben ihre Stiche oft stundenlang unentdeckt.

Mythos aufgedeckt: Fallen Zecken im Herbst wirklich von den Bäumen?

Ein weit verbreiteter Irrglaube hält sich hartnäckig: Zecken würden sich im Herbst von Laubbäumen auf Spaziergänger herabfallen lassen. Die biologische Realität sieht völlig anders aus. Ixodes ricinus klettert selten höher als 1 bis 1,5 Meter auf Pflanzen, Farne oder Sträucher, da die Gefahr des Austrocknens in höheren Gefilden zu groß wäre.

Die Parasiten warten geduldig mit ausgestreckten Vorderbeinen auf ein Opfer. Über das sogenannte Haller-Organ nehmen sie winzige Mengen an Kohlendioxid, Ammoniak und Körperwärme wahr. Ein winziger Kontakt mit einem Hosenbein genügt, damit die Zecke blitzschnell auf den Wirt übergeht und sich auf die Suche nach einer dünnen, warmen Hautstelle macht.

Umweltfaktor im September Auswirkung auf die Zeckenaktivität
Temperaturen über 8 °C Vollständige Bewegungs- und Angriffsfähigkeit
Morgentau & Luftfeuchte (> 80 %) Optimaler Schutz vor Austrocknung
Pilzsaison & Gartenarbeiten Stark erhöhte menschliche Exposition im Dickicht
Herabfallendes Laub Perfekte Schutzschicht für bodennahes Überleben

Schritt für Schritt: Zecke im Ernstfall richtig entfernen

Sollte es trotz Vorsichtsmaßnahmen zu einem Stich gekommen sein, zählt jede Minute. Die gefährlichen Borreliose-Bakterien befinden sich im Mitteldarm der Zecke und werden in der Regel erst nach 12 bis 24 Stunden Sauggzeit auf den Menschen übertragen. FSME-Viren hingegen sitzen direkt in den Speicheldrüsen und können sofort übertragen werden.

  1. Werkzeug wählen: Nutzen Sie eine feine Pinzette, eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte aus der Apotheke. Vermeiden Sie das Quetschen des Zeckenkörpers.
  2. Hautnah ansetzen: Greifen Sie das Spinnentier so nah wie möglich an der Hautoberfläche, direkt an den Mundwerkzeugen.
  3. Gerade herausziehen: Ziehen Sie die Zecke mit gleichmäßigem Zug langsam und gerade heraus. Drehen Sie nicht und verwenden Sie unter keinen Umständen Klebstoff, Öl oder Alkohol, da das Tier im Todeskampf erregerhaltigen Speichel absondert.
  4. Desinfizieren und dokumentieren: Desinfizieren Sie die Einstichstelle gründlich mit einem Wunddesinfektionsmittel und markieren Sie die Stelle mit einem Stift, um Rötungen nachverfolgen zu können.

Warnsignale nach dem Stich: Wann der Gang zum Arzt unvermeidlich ist

Beobachten Sie die Einstichstelle in den folgenden drei bis vier Wochen akribisch. Eine kleine, juckende Rötung direkt nach dem Entfernen ist meist nur eine harmlose lokale Hautreaktion auf den Zeckenspeichel. Breitet sich die Rötung jedoch kreisförmig aus und verblasst in der Mitte, liegt der dringende Verdacht auf eine Wanderröte (Erythema migrans) vor.

„Die Wanderröte ist das eindeutige Leitsymptom einer Borreliose-Infektion. Sie erfordert immer eine zeitnahe antibiotische Behandlung, selbst wenn keine weiteren Beschwerden auftreten“, betont die Expertin.

Auch unspezifische Grippesymptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder Abgeschlagenheit im Spätsommer sollten stets im Kontext eines möglichen Zeckenstichs betrachtet werden. Vor allem in den ausgewiesenen Risikogebieten des Robert Koch-Instituts (RKI) schützt gegen FSME eine rechtzeitige Impfung, während gegen Borreliose ausschließlich Achtsamkeit und schnelles Handeln helfen.

💚 Schützen Sie sich bei Ihren nächsten Herbstspaziergängen aktiv durch lange Kleidung und wirksame Repellents.

✨ Untersuchen Sie nach jedem Aufenthalt im Grünen besonders Kniekehlen, Achseln und den Haaransatz gründlich.

📱 Teilen Sie diesen Ratgeber gerne mit Freunden und Familie, um für die Zeckenbiss im September Gefahr zu sensibilisieren.

👇 Hinterlassen Sie einen Kommentar: Hatten Sie im Spätsommer bereits unerwünschte Begegnungen mit Zecken?