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Zeitumstellung auf Winterzeit: Wie die geschenkte Stunde unseren Schlafrhythmus verändert

Analogwecker auf einem Nachttisch symbolisiert die Umstellung auf die Winterzeit Aktuelle News

Wenn die Uhren nachts um eine Stunde zurückgestellt werden, muss sich der biologische Rhythmus neu sortieren.

In der Nacht zum 25. Oktober werden die Uhren um 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt – eine zusätzliche Stunde Schlaf steht bevor. Doch obwohl die Umstellung auf die Winterzeit dem natürlichen Biorhythmus deutlich näherkommt als die Sommerzeit, reagiert der menschliche Körper sensibel auf die Verschiebung. Repräsentative Erhebungen der Krankenkasse DAK belegen, dass 27 Prozent der Bürger nach dem Drehen an der Uhr unter körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen leiden.

Besonders auffällig sind die Begleiterscheinungen: 78 Prozent der betroffenen Personen fühlen sich in den Tagen danach matt oder schlapp, während 66 Prozent über konkrete Einschlafprobleme und Schlafstörungen klagen. Zudem berichten 13 Prozent von depressiven Verstimmungen infolge des veränderten Tagesablaufs. Rund 70 Prozent der Bevölkerung halten den Wechsel der Uhrzeit daher für überflüssig und plädieren für eine dauerhafte Abschaffung.

Warum die Normalzeit der Biologie unseres Körpers hilft

Aus medizinischer Sicht ist die mitteleuropäische Normalzeit, umgangssprachlich als Winterzeit bezeichnet, die gesündere Variante für den Schlafrhythmus. Wenn es morgens früher hell wird, erleichtert das Sonnenlicht das Aufstehen und signalisiert dem Gehirn die Wachphase. Gleichzeitig sorgt die frühere Dunkelheit am Abend dafür, dass der Körper das Schlafhormon Melatonin ungestört und rechtzeitig ausschütten kann.

Die Sommerzeit bewirkt, dass es abends länger hell bleibt. Dadurch wird die Bildung des Schlafbotenstoffs Melatonin unterdrückt, und die Menschen werden nicht rechtzeitig müde.

Sowohl das Schlafzentrum am Pfalzklinikum als auch die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sprechen sich ausdrücklich für eine dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit aus. Die künstlich verlängerte Helligkeit der Sommerabende führt häufig dazu, dass Menschen zu spät zu Bett gehen, am Folgetag unausgeschlafen aufwachen und ein chronisches Schlafdefizit aufbauen, das einem leichten Jetlag ähnelt.

Chronotypen im Check: Wer profitiert vom Dreh an der Uhr?

Chronotypen im Check: Wer profitiert vom Dreh an der Uhr?

Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf den Zeitsprung. Ob jemand morgens problemlos aufsteht oder abends länger aktiv bleibt, hängt maßgeblich vom individuellen Chronotyp ab. Die Chronobiologie an der Berliner Charité verweist darauf, dass sogenannte Spättypen – oft als Eulen bezeichnet – im Frühjahr massiv unter dem Verlust einer Stunde leiden, während der Wechsel im Herbst für die meisten biologischen Profile eine Entlastung darstellt.

Faktor Auswirkung der Winterzeit
Uhrzeit-Anpassung Zeiger wandern von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurück
Morgenlicht Frühere Helligkeit stoppt Melatonin und weckt den Körper
Abendlicht Frühere Dunkelheit fördert rechtzeitiges Einschlafen
Häufigste DAK-Beschwerden Müdigkeit (78 %) und Schlafstörungen (66 %)
Wissenschaftliches Fazit Normalzeit passt optimal zum Biorhythmus aller Chronotypen

Selbst Menschen, die als ausgeprägte Frühtypen gelten, kommen mit der Rückstellung im Herbst in aller Regel rasch zurecht. Da die innere Uhr des Menschen natürlicherweise zu einem Rhythmus tendiert, der etwas länger als 24 Stunden ist, fällt das „Gewinnen“ einer Stunde dem Organismus biologisch deutlich leichter als das abrupte Vorstellen der Uhr im Frühling.

Der Mythos vom Energiesparen und die politische Blockade

Der ursprüngliche Leitgedanke hinter der 1980 in Deutschland und 1996 EU-weit vereinheitlichten Zeitumstellung war das Einsparen von Energie durch eine bessere Ausnutzung des Tageslichts. Wissenschaftliche Untersuchungen widerlegen diesen Effekt jedoch seit Jahren: Ein Bericht des Forschungsausschusses im Bundestag bezifferte die Stromersparnis durch die Sommerzeit auf lediglich rund 0,2 Prozent. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass dieser Wert durch den flächendeckenden Einsatz moderner LED- und Energiesparlampen noch weiter gesunken ist.

Warum die Abschaffung auf EU-Ebene stockt

Obwohl das Europäische Parlament bereits dafür gestimmt hatte, den alljährlichen Wechsel der Zeitzonen aufzugeben, herrscht auf europäischer Ebene Stillstand. Der Richtlinienentwurf der EU-Kommission liegt auf Eis, weil sich die Mitgliedstaaten bislang nicht einigen konnten, ob künftig dauerhaft die mitteleuropäische Normalzeit oder die Sommerzeit gelten soll – ein Flickenteppich aus verschiedenen Zeitzonen innerhalb der Europäischen Union soll vermieden werden.

Drei Schritte zur sanften Eingewöhnung

Drei Schritte zur sanften Eingewöhnung

Um die körpereigene Taktung ohne Beschwerden auf die veränderten Lichtverhältnisse einzustellen, helfen gezielte Verhaltensweisen in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung:

  1. Morgenlicht nutzen: Direkt nach dem Aufstehen die Vorhänge öffnen oder einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft machen, um die Melatoninproduktion zu stoppen.
  2. Feste Aufstehzeiten beibehalten: Auch am Wochenende nach der Umstellung zur gewohnten Uhrzeit aufstehen, um den Schlafdruck für den Abend stabil zu halten.
  3. Abendliche Reize dimmen: Bildschirme und helle Beleuchtung mindestens eine Stunde vor dem Schlafen reduzieren, damit der Körper das Signal zur Erholung erhält.

💡 Mit einfachen Anpassungen bei Lichtzufuhr und Abendroutine lässt sich die gewonnene Stunde ideal für die eigene Erholung nutzen.

🔍 Achten Sie in den kommenden Tagen bewusst auf Ihr Schlafbedürfnis und geben Sie Ihrem Biorhythmus etwas Zeit zur Feinjustierung.

👇 Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns: Spüren Sie den Wechsel zur Normalzeit körperlich oder überwiegt die Freude über die zusätzliche Stunde Schlaf?