Zoll-Trick mit China-Waren: Washington nimmt über 40 Länder ins Visier
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Die USA verschärfen die Kontrollen bei chinesischen Warenströmen.
Washington wittert ein globales Netz zur Zollumgehung
Die US-Regierung erhöht massiv den Druck auf Drittstaaten. Der Vorwurf: Über mehr als 40 Länder gelangen chinesische Produkte unter falscher Herkunftsangabe in die Vereinigten Staaten, um geltende Zölle zu umgehen. Ein aktueller Bericht des White House Office of Trade and Manufacturing Policy stuft diese Handelsräume als Märkte mit erhöhtem Risiko für illegales „Transshipment“ ein.
Die Liste der betroffenen Länder ist lang und umfasst wichtige US-Handelspartner wie Kanada, Mexiko, Japan, Vietnam und die Europäische Union.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Globale Knotenpunkte: Das Weiße Haus identifiziert über 40 Nationen als potenzielle Umschlagplätze für problematische Lieferketten.
- Fokus auf China: Seit Einführung der US-Zölle im Jahr 2018 sollen chinesische Exporteure verstärkt Umwege über Drittstaaten suchen.
- Finanzielles Volumen: Schätzungen gehen von einem jährlichen Handelsvolumen zwischen 40 und 303 Milliarden US-Dollar aus, das von den Umgehungsgeschäften betroffen sein könnte.
- Echte Produktion vs. Etikettenschwindel: Nicht jede Fertigung in einem Drittland ist illegal; entscheidend ist, ob eine wertschöpfende Verarbeitung stattfindet oder lediglich der Ursprung verschleiert wird.
Milliardenverluste durch fragwürdige Handelsrouten
Die US-Behörden haben das finanzielle Ausmaß der mutmaßlichen Zollumgehung anhand verschiedener Berechnungen quantifiziert. Während der Council of Economic Advisers einen Mittelwert von etwa 60 Milliarden US-Dollar pro Jahr nennt, kommen andere Analysen wie die von Exiger auf bis zu 75 Milliarden US-Dollar. Das US-Handelsministerium taxiert das Volumen für das Jahr 2025 auf rund 67 Milliarden US-Dollar.
Handelsberater Peter Navarro sieht hier ein gezieltes Vorgehen chinesischer Unternehmen. Um die Dunkelziffer und die komplexen Lieferketten besser zu durchleuchten, plant die Regierung in Washington künftig verstärkt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Wann wird aus Globalisierung Zollbetrug?
Für die US-Behörden ist die Trennlinie klar. Globale Arbeitsteilung ist legitim, doch das reine Umverpacken oder die Änderung von Begleitpapieren, ohne dass im Drittland eine wesentliche Be- oder Verarbeitung stattfindet, wertet Washington als illegalen Ursprungsschwindel.

Diese Haltung bedeutet ein erhöhtes Risiko für Produktionsländer weltweit. Sie müssen künftig beweisen, dass ihre Exporte tatsächlich eine lokale Wertschöpfung aufweisen. Washington signalisiert, dass nicht nur chinesische Exporteure, sondern auch die Umschlagländer selbst stärker in die Pflicht genommen werden.
Der Fall KingKong-Tools: Ein deutsches Beispiel
Dass die US-Behörden bei ihrer Suche nach Zollverstößen nicht nur asiatische oder mittelamerikanische Staaten im Blick haben, zeigt ein Fall mit Deutschlandbezug. Dem Werkzeughersteller KingKong-Tools und seiner US-Tochter wurde 2023 vorgeworfen, Schneidwerkzeuge in China produziert zu haben, um sie anschließend über Deutschland in die USA einzuführen.
Durch die Deklaration als deutsche Ware sollten Zölle von 25 Prozent vermieden werden. Das Verfahren wurde durch eine Zahlung von 1,9 Millionen US-Dollar beigelegt.
