Zürcher Treffen: Was Chrupalla über Friedrich Merz verriet und Stefan Aust über 14 Jahre Spiegel-Chef
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Helmut Markwort im Porträt.
Begegnungen an der Limmat: Debattenkultur in Zürich
Jedes Jahr im August versammelt „Weltwoche“-Chefredakteur Roger Köppel Gäste aus verschiedenen Ländern in Zürich. Am Ufer der Limmat reserviert er dafür ein Restaurant mit großem Garten.
Köppel wechselt in seiner Rede fließend zwischen Hochdeutsch und Schwyzerdütsch. Im deutschen Fernsehen war er früher regelmäßiger Talkshow-Gast bei ARD und ZDF, wird dort mittlerweile jedoch nicht mehr berücksichtigt.
Sein zentrales Thema beim Empfang blieb die Diskussionsbereitschaft über politische Grenzen hinweg: Niemand solle sich vorschreiben lassen, mit wem gesprochen oder wem die Hand gereicht wird.
Stefan Aust und das 14-jährige Magazin-Duell
Unter den Gästen in Zürich war auch der langjährige Weggefährte und Konkurrent Stefan Aust. Beide Seiten blicken heute auf eine jahrzehntelange Medienrivalität zurück.
Aust räumte offen ein, dass er seinen Posten als „Spiegel“-Chefredakteur indirekt dem Erfolg des damals neuen Konkurrenten FOCUS verdankte. Rudolf Augstein reagierte 1994 auf den Marktdruck und holte den damaligen „Spiegel-TV“-Macher an die Spitze des Nachrichtenmagazins.
Aust leitete das Magazin 14 Jahre lang bis 2008. Das publizistische Fernduell zwischen Hamburg und München endete schließlich in gegenseitigem Respekt.
Helmut Markwort
Die Höflichkeitsmauer im Deutschen Bundestag
Auf dem Sommerfest kam es zudem zum Austausch mit dem AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla. Chrupalla berichtete über den parlamentarischen Umgangston in Berlin.

Nach seinen Angaben gebe es im Bundestag nicht nur politische Abgrenzungen, sondern auch persönliche Distanz im Alltag. Bundeskanzler Friedrich Merz verweigere ihm und Alice Weidel bei Begegnungen im Parlament konsequent den Gruß.
Unter der vorherigen Kanzlerschaft von Olaf Scholz sei das nach Chrupallas Darstellung anders gewesen: Scholz habe stets gegrüßt.
Reaktionen auf Umfragen und Richtungsstreit in der Union
In der Bundespolitik stehen die Ankündigungen der Parteispitzen auf dem Prüfstand. Friedrich Merz hatte das Ziel ausgegeben, die AfD rechnerisch zu halbieren, während die Partei in bundesweiten Umfragen zuletzt zulegen konnte.
Gleichzeitig stabilisierte sich die FDP in aktuellen Allensbach-Erhebungen wieder bei 6 Prozent. Für Unruhe in den eigenen Reihen sorgt unterdessen der interne Richtungskurs der CDU.
Die Partei ringt um den Umgang mit den politischen Rändern zwischen der AfD auf der einen und der Linkspartei auf der anderen Seite. Zusätzliche Debatten löste der CDU-Politiker Dennis Radtke aus, der in der Sendung von Markus Lanz erklärte, in Bochum-Wattenscheid werde es künftig keine traditionellen deutschen Fleischereien mehr geben.

