69 Stunden im Dauerlauf: Das gnadenlose Finale beim „Last Soul Ultra“
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Kim Gottwald moderiert das diesjährige Event.
Montagmorgen, 10 Uhr. Während Deutschland in den Arbeitstag startet, befinden sich drei Athleten in einer anderen Welt. Seit 68 Stunden laufen sie nahezu ohne Pause – bei 15 Grad und Dauerregen. Über den YouTube-Livestream verfolgen bis zu 40.000 Menschen jede Sekunde dieses psychischen und physischen Abnutzungskampfes.
Das Prinzip: Laufen, bis keiner mehr kann
Der „Last Soul Ultra“ folgt dem knallharten „Backyard-Ultra“-Format. Die Regeln sind simpel: Jede Stunde startet eine neue Runde von exakt 6,706 Kilometern. Wer nicht rechtzeitig im Ziel ist oder beim nächsten Startschuss fehlt, scheidet aus.
Das Rennen endet erst, wenn nur noch ein einziger Teilnehmer auf der Strecke ist. Dieser muss eine letzte Runde absolvieren, um den Sieg offiziell zu machen. Wann das passiert – mitten in der Nacht oder am helllichten Tag – ist völlig offen.
Wer ist noch im Rennen?
Von den 160 Athleten, die am Freitagmittag gestartet sind, ist das Feld auf drei Männer zusammengeschrumpft. Zuvor setzte die 34-jährige Caroline Bolte mit 52 Runden (348,7 Kilometer) einen neuen deutschen Frauen-Rekord. Am Montagmorgen schied zudem der deutsche Rekordhalter Hendrik Boury nach 67 Runden aus.
Diese drei Athleten kämpfen aktuell um den Sieg:

- Mark Dowdle (USA): Ein Stratege mit sechs Siegen bei Backyard-Rennen. Sein persönlicher Bestwert liegt bei 73 Runden.
- Norman Mascher-Aspensjö (Deutschland): Ein erfahrener Ultramarathonläufer und zweifacher deutscher Meister auf der 24-Stunden-Distanz. Er führt das Feld seit Stunden regelmäßig an.
- Ayyoub El Osrouti (Deutschland): Er lieferte sich bereits im Vorjahr ein legendäres Duell mit Initiator Kim Gottwald und hat seine damalige Bestmarke von 66 Runden bereits übertroffen.
Leidenschaft für den Extremsport
Kim Gottwald, der das Rennen im Vorjahr mit 67 Runden gewann, tritt diesmal als Moderator auf. Gesundheitliche Gründe hindern ihn am eigenen Start, doch seine Begeisterung für das Format bleibt ungebrochen.
„Wir wollen dem Sport zurückgeben, was er uns gegeben hat“, erklärt Gottwald. Das Ziel sei es, hunderttausende Menschen zu erreichen und durch die Geschichten der Athleten zu bewegen. Auch Prominente wie André Schürrle wagten bereits den Start beim „Last Soul Ultra“, stiegen bei der Premiere jedoch nach 80 Kilometern aus.
Das Format hat sich als Meilenstein im Ultrasport etabliert – ein Event, das zwischen extremer Anstrengung und digitaler Faszination für ein Millionenpublikum steht.
