Abschied von Quintus: Wenn ein Haustier zur Familie wird
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Matthias Reiprich
Der Tag des Abschieds kommt oft überraschend, selbst wenn man lange mit der Endlichkeit rechnet. Für Conny und Thorsten Heß aus Gütersloh endete diese Zeit am 19. Juni, als ihr Hund Quintus im Alter von fast 14 Jahren eingeschläfert werden musste. „Quintus gehörte natürlich zur Familie“, betont Conny Heß.
Ein langer Weg mit gesundheitlichen Hürden
Die gesundheitliche Leidensgeschichte des Elo-Hundes begann vor Jahren nach einer unerwarteten Reaktion auf ein Zeckenmittel. Das Präparat schädigte seinen Darm so schwer, dass der Hund unter massivem Erbrechen und Durchfall litt. „Er wäre schon damals fast gestorben, wir haben viel investiert und sind von Tierarzt zu Tierarzt gefahren“, erinnert sich Conny Heß.
Archivaufnahme zum Thema Haustiere.
Die Situation verschlechterte sich in diesem Jahr dramatisch, als Unbekannte gekochte Hühnerknochen in den Garten der Familie warfen. Quintus fraß die Knochen, was zu inneren Blutungen führte, von denen er sich nicht mehr erholte. Das Ehepaar, beide beruflich im Rettungsdienst tätig, pflegte ihn in den letzten Monaten unter Schmerzmittelgabe, bis die Entscheidung zur Erlösung unumgänglich wurde.
Würdevoller Abschied und Bestattung
Während Thorsten Heß bei der Einschläferung anwesend war, verabschiedeten sich Conny Heß und ihr sechsjähriger Sohn außerhalb des Behandlungsraums. Um den weiteren Umgang mit dem Verlust zu regeln, kontaktierte Thorsten Heß den Tierbestatter „Rosengarten“ in Bielefeld.

Die Asche von Quintus in der Box des Tierbestatters.
„Der Umgang mit dem Tod des Tieres war sehr takt- und würdevoll“, schildert Thorsten Heß. Der Service kostete 480 Euro, inklusive eines Samstagszuschlags. Für das Paar fühlte sich die Beratung ähnlich an wie bei einer menschlichen Bestattung. Aktuell bewahrt die Familie die Asche auf und ist noch auf der Suche nach einer passenden Urne.
Trauerarbeit in der Familie
Der Verlust reißt eine spürbare Lücke in den Alltag der Familie. Der sechsjährige Sohn wird in den Trauerprozess einbezogen: Die Eltern erklären ihm, dass Quintus „über die Regenbogenbrücke gegangen“ ist, und sie schauen sich gemeinsam Bilder an.
Conny Heß.
„Er war einer der liebsten Hunde überhaupt“, sagt Conny Heß über den Elo. Auch wenn das Haus nun deutlich stiller ist, schließt das Paar ein künftiges Haustier nicht aus. „Vor allem für unseren Sohn wäre es schön, wieder einen Hund zu haben“, sagt sie. Doch jetzt benötigt die Familie erst einmal Zeit, um den Verlust ihres langjährigen Begleiters zu verarbeiten.



