Berichte über Zwangseinheiten: Russland soll ukrainische Kriegsgefangene an die Front schicken
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Andrij Pasternak vom ukrainischen Koordinierungszentrum für die Suche und Freilassung von Gefangenen.
Der ukrainische Geheimdienst hat schwerwiegende Vorwürfe gegen Russland erhoben. Laut Andrij Pasternak, Leiter des Koordinierungszentrums für die Suche und Freilassung von Gefangenen, gibt es belastbare Hinweise darauf, dass Moskau ukrainische Kriegsgefangene in militärischen Einheiten organisiert und gegen die eigene Heimat einsetzt.
„Wir haben Kenntnis von solchen Bataillonen“, erklärte Pasternak bei einer Pressekonferenz der Nachrichtenagentur Ukrinform. Er betonte, dass der ukrainische Auslands- und Militärgeheimdienst diese Fälle systematisch überwache und dokumentiere.
Verdacht auf spezielle „Freiwilligen-Brigaden“
Die Aussagen untermauern Berichte des Institute for the Study of War (ISW). Demnach hat das russische Verteidigungsministerium eine sogenannte ukrainische Freiwilligen-Spezialbrigade aufgestellt. Diese Einheit soll durch die Zusammenlegung mehrerer irregulärer Verbände entstanden sein und gezielt ukrainische Kriegsgefangene sowie Überläufer integrieren.
Russische Militärblogger sollen den Einsatz dieser Gefangenen als Personalquelle für die neue Brigade bereits bestätigt haben. Bereits im November 2022 und erneut Ende 2023 gab es Berichte über den Einsatz von Gefangenenbataillonen im besetzten Gebiet Donezk.
Bruch des Völkerrechts
Der Einsatz von Kriegsgefangenen in militärischen Operationen ist durch das humanitäre Völkerrecht strikt untersagt. Die Genfer Konventionen verbieten es, Gefangene zur Arbeit für die Gewahrsamsmacht zu zwingen oder sie unmittelbaren Gefahren an der Front auszusetzen.

Neben dem Vorwurf der zwangsweisen Rekrutierung steht Russland international massiv wegen der Haftbedingungen in der Kritik. Wie aus Berichten von Reuters und Erhebungen der Vereinten Nationen hervorgeht, berichten ehemalige Häftlinge von systematischer Folter.
- Anwendung von Elektroschocks
- Sexuelle Gewalt und schwere körperliche Misshandlungen
- Systematische Schläge
Mehr als 95 Prozent der von der UNO befragten ukrainischen Kriegsgefangenen berichteten von Folter oder Misshandlung. Russland weist diese Vorwürfe entschieden zurück und spricht von einer Desinformationskampagne.
Während eine unabhängige Bestätigung für jeden Einzelfall aussteht, arbeitet die Ukraine nach eigenen Angaben weiter an der Beweissicherung, um diese Verstöße international zu dokumentieren.
