Russlands Kapazitäten: Drohnen-Kommandeur warnt vor eskalierenden Raketensalven
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Präsident Selenskyj an einem Patriot-System während eines Truppenbesuchs.
Eskalation der Luftangriffe
Russland ist laut Einschätzungen des ukrainischen Drohnen-Kommandeurs Robert „Madjar“ Browdi derzeit in der Lage, gleichzeitig bis zu 77 ballistische und Marschflugkörper gegen die Ukraine einzusetzen. Moskau verfolge jedoch das Ziel, diese Kapazität auf bis zu 200 Geschosse pro Angriff zu steigern.
Gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press stellte Browdi klar, dass sich dieser Wert auf koordinierte Angriffe verschiedener Raketentypen bezieht, die von See-, Luft- und Bodenplattformen gestartet werden. Selbst wenn Russland nur einen Bruchteil dieser Kapazitäten erfolgreich umsetzt, stellt dies eine massive Bedrohung für die Verteidigung dar.
Patriot-Systeme am Limit
Besonders kritisch ist die Abwehr ballistischer Raketen, da die ukrainische Luftverteidigung hierfür kaum Alternativen besitzt. Das US-amerikanische Patriot-System gilt als die einzige Komponente, die solche Geschosse zuverlässig abfangen kann. Berichten zufolge sind die Vorräte an entsprechenden Abfangraketen jedoch nahezu erschöpft.
Zusätzlich erhöht Moskau den Druck durch den verstärkten Einsatz von düsengetriebenen Shahed-Drohnen. Deren Nutzung hat sich in den vergangenen Wochen laut Browdi mehr als verdoppelt, was die ohnehin schwer belasteten Abwehrsysteme der Ukraine weiter überfordert.

Wachsende Produktion bei Raketen
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR bestätigt die angespannte Lage mit aktuellen Produktionsdaten. Wadym Skybyzkyj, stellvertretender Leiter des Dienstes, erklärte, dass Russland die monatliche Fertigung wichtiger Raketentypen wie Kalibr und Ch-101 um 10 bis 20 Prozent über die eigenen Zielvorgaben steigern konnte.
Strategie: Schläge tief im russischen Hinterland
Um die russische Offensive nachhaltig zu bremsen, fordert Browdi eine Ausweitung ukrainischer Langstreckenangriffe gegen russische Rüstungs- und Unterstützungsanlagen. Nur durch die Zerstörung der Logistikketten könne die Schlagzahl Moskaus effektiv gesenkt werden.
Parallel dazu versucht Kiew, die strategische Bedeutung der besetzten Krim zu schwächen. Browdi berichtete von ukrainischen Drohnenangriffen auf dortige Eisenbahnbrücken, Treibstofflager, Energieanlagen und Luftverteidigungssysteme. Dennoch bleibt die materielle Lage schwierig: Für eine großflächige Offensive stehen den Truppen nach seinen Angaben derzeit nur 14 Prozent der benötigten Ausrüstung zur Verfügung.
