Der Slate-Pickup: Jeff Bezos‘ Wette auf den billigsten Elektro-Truck Amerikas
Aktuelle News
Der Slate-Pickup ist ein neues Elektro-Modell, das mit einem minimalistischen Ansatz überzeugt.
Elektromobilität in den USA steckt in der Krise, doch ein Startup will das ändern. Mit finanzieller Unterstützung von Amazon-Gründer Jeff Bezos verfolgt „Slate“ einen Ansatz, der den aktuellen Branchentrends widerspricht: Statt hochpreisiger Luxus-SUVs setzt man auf ein günstiges Basismodell.
Wir hatten exklusiv die Gelegenheit, ein seriennahes Vorserienmodell des Slate in Rhode Island zu testen.
Ein Pickup-Zwerg mit Kampfpreis
Auf Fotos wirkt der Slate fast wie ein Spielzeug, doch in der Realität ist er ein vollwertiger Truck. Mit einer Länge von 443 cm, einer Breite von 179 cm und einer Höhe von 179 cm liegt er in den Dimensionen zwischen einem Audi Q2 und Q3, wirkt jedoch massiver.
Der Preis ist eine Kampfansage: Das zweisitzige Basismodell startet bei 24.950 Dollar (ca. 21.500 Euro). Damit unterbietet der Slate den Ford Maverick um über 3.000 Dollar und ist das derzeit günstigste Elektro-Nutzfahrzeug auf dem US-Markt.
Innenraum: Verzicht als Prinzip
Wer nach Infotainment-Bildschirmen, Apple CarPlay oder Navigation sucht, wird enttäuscht. Slate verzichtet bewusst auf all das. Das Interieur ist funktional: strapazierfähige Stoffe, Drehknöpfe für die Klimaanlage und manuelle Fensterkurbeln.
Die Bedienung ist erfrischend simpel. Vor dem Fahrer befindet sich lediglich ein kleiner Tacho. Die Übersichtlichkeit ist hervorragend, was zusammen mit einem engen Wendekreis von 11,3 Metern das Manövrieren leicht macht.

Fahreindruck und Performance
Unter der Haube arbeitet ein Elektromotor an der Hinterachse mit 135 kW (184 PS) und 264 Newtonmetern Drehmoment. Der 1.836 kg schwere Truck beschleunigt in etwa 8 Sekunden auf 100 km/h; die Spitze liegt bei 144 km/h.
Die 65-kWh-LFP-Batterie bietet eine Reichweite von etwa 330 Kilometern. An einem DC-Schnelllader lässt sich der Akku in einer halben Stunde von 20 auf 80 Prozent laden. Das Fahrverhalten ist dank MacPherson-Vorderachse und De-Dion-Hinterachse überraschend präzise und frei von nervösem Springen.
Individualisierung nach dem Kauf
Der Slate ist als „Blank Slate“ konzipiert – ein Basisfahrzeug, das der Besitzer selbst modifizieren kann. Ob Farbfolierungen für unter 500 Dollar, Überrollbügel oder Camping-Zubehör: Die meisten Extras werden nach der Auslieferung angebracht. Das Konzept ist mutig und reduziert den Neuwagenpreis massiv, verzichtet aber konsequent auf Allradantrieb.
Ob der Slate als „amerikanischer Dacia“ den Markt aufrollen kann, wird sich zeigen. Die ersten Auslieferungen starten noch in diesem Jahr in den USA. Pläne für einen Export nach Europa gibt es bisher nicht.
