Die Marmorierte Baumwanze in Deutschland: Warum Sie diesen Schädling sofort melden sollten
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Die Marmorierte Baumwanze ist ein zunehmend häufiger Gast in deutschen Gärten.
Ein ungebetener Gast im Garten
Wenn die Herbstsonne auf die Fensterbank trifft, zeigt sich vermehrt ein Insekt mit braun-grauem Marmormuster und auffällig gestreiften Fühlern. Die Marmorierte Baumwanze ist kein bloßer Ärgernis – sie ist ein invasiver Schädling, der sich in Deutschland stetig weiter ausbreitet.
Bei Berührung oder Gefahr verströmt das Tier ein beißendes Sekret, was ihr den Beinamen „Stinkwanze“ eingebracht hat. Für Hobbygärtner ist das Erscheinen der Wanze ein Signal zum Handeln.
Herkunft und Ausbreitung
Die Art stammt ursprünglich aus Ostasien. Nach ihrer Einschleppung in Nordamerika in den 1990er-Jahren entwickelte sie sich dort schnell zu einer ernsthaften Gefahr für den Obstbau, wie das Schweizer National Centre for Climate Services (NCCS) bestätigt. Im Jahr 2004 erreichte sie die Schweiz, bevor sie 2011 erstmals in Konstanz am Bodensee nachgewiesen wurde.
Von dort aus hat sich das Insekt entlang wichtiger Handelsrouten, insbesondere über den Oberrheingraben, in weiten Teilen Deutschlands etabliert.
Gefahr für über 300 Pflanzenarten
Die Wanze schädigt Pflanzen durch ihren Saugrüssel. Sie sticht Früchte und Blätter an und injiziert Enzyme, die zu Dellen, Verfärbungen und Deformationen führen. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) warnt, dass mittlerweile über 300 Pflanzenarten auf dem Speiseplan der Wanze stehen.

Besonders betroffen sind:
- Obstbäume: Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche und Zwetschgen
- Beeren und Nüsse: Himbeeren und Haselnüsse
- Gemüse: Tomaten und Paprika
- Zierpflanzen und Bäume: Sommerflieder, Rosen, Wilder Wein, Ahorn, Platanen und Eichen
Verwechslungsgefahr: So identifizieren Sie die Wanze
Die Marmorierte Baumwanze wird häufig mit der einheimischen Grauen Gartenwanze verwechselt. Ein genauer Blick auf die Merkmale schafft Sicherheit:
- Schildchen: Die Marmorierte Baumwanze weist bis zu fünf helle Punkte auf dem Schild zwischen den Flügeln auf; diese fehlen bei der Gartenwanze.
- Flügel: Der durchsichtige Teil der Flügel ist bei der Marmorierten Baumwanze gestreift, nicht gepunktet.
- Fühler: Der weiße Bereich der Fühler beginnt bei der Marmorierten Baumwanze bereits vor der Einschnürung.
Handlungsempfehlung: Funde melden
Fachleute bitten aktiv um Mithilfe bei der Erfassung der Bestände. Wer das Insekt sichtet, sollte es von oben und unten fotografieren und den Fundort genau dokumentieren. Experten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) raten dazu, ein Exemplar in einer fest verschlossenen Dose an die zuständige Landesanstalt zu senden.
Wichtig: Obwohl das Tier stinkt, ist es für den Menschen ungefährlich. Bisse oder Stiche sind nicht zu erwarten. Eine großflächige chemische Bekämpfung im eigenen Garten ist derzeit nicht zulässig. Die Hoffnung der Forschung liegt auf natürlichen Gegenspielern, wie etwa kleinen Schlupfwespen, die in Asien die Gelege der Wanzen parasitieren und so die Population regulieren.
