Zum Inhalt springen
On Air Festival

Die sieben Brandherde: Warum die Umfragewerte von Friedrich Merz einbrechen

Friedrich Merz bei einer politischen Veranstaltung Aktuelle News

Bundeskanzler Friedrich Merz während der aktuellen Sommerpause.

Die Sommerpause sollte Friedrich Merz (CDU) eigentlich die nötige Ruhe für eine politische Neuausrichtung verschaffen. Stattdessen bestimmen interne Personaldebatten und katastrophale Umfrageergebnisse das Bild der Bundesregierung. Die Union kämpft mit schwindendem Rückhalt, und selbst in den Bundesländern bröckelt die Autorität des Parteivorsitzenden.

Güllner seziert sieben Klatschen für Merz

Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, zeichnet in seinem aktuellen Newsletter ein düsteres Bild der Lage. Gestützt auf Daten des RTL/ntv-Trendbarometers stellt er fest: Die vollmundigen Versprechen, mit denen Merz angetreten ist, wurden bislang nicht erfüllt.

Güllner identifiziert sieben Kernpunkte, die wie eine Serie von Rückschlägen für den Kanzler wirken.

1. Rekord-Unzufriedenheit

Laut aktueller Erhebung sind 85 Prozent der Bürger mit der Arbeit von Friedrich Merz unzufrieden. Dieser Wert markiert einen neuen Höchststand und verdeutlicht, dass die Skepsis auch während der Sommerpause nicht abgenommen hat.

2. Kompetenzverlust gegenüber der AfD

Nur noch zwölf Prozent der Befragten trauen der Union zu, die drängenden Probleme Deutschlands zu lösen. Zum Vergleich: Anfang 2021 lag dieser Wert unter Angela Merkel noch bei 41 Prozent. Die anhaltende Unzufriedenheit mit der Arbeit des Kanzlers strahlt dabei direkt negativ auf die Wahrnehmung der gesamten Partei aus.

3. Historisches Tief bei der Wählergunst

In der Forsa-Sonntagsfrage erreicht die Union nur noch 21 Prozent bei den Wahlwilligen. Rechnet man alle Wahlberechtigten ein, sinkt der Wert sogar auf 15 Prozent. Güllner warnt: „Mit Merz ist die Union in der Wählergunst so schwach wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik.“ Er befürchtet, dass das wachsende Lager der Nichtwähler und Unentschlossenen langfristig der AfD zulaufen könnte.

Die sieben Brandherde: Warum die Umfragewerte von Friedrich Merz einbrechen

4. Aufstieg der AfD

Das erklärte Ziel, die AfD zu „halbieren“, hat sich unter Merz ins Gegenteil verkehrt. Statt einer Schwächung der politischen Ränder sieht Forsa die AfD derzeit bei 28 Prozent. Merz habe die Partei damit in Höhen getrieben, die zuvor für unmöglich gehalten wurden.

5. Entfremdung von den Bürgern

84 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass sich die Parteien nicht ausreichend um die realen Sorgen der Menschen kümmern. Diese Wahrnehmung führt zu einer zunehmenden Entfremdung zwischen Wählerschaft und Politik. Ergänzende Daten von Ipsos unterstreichen diesen Trend: Im Januar 2026 hielten nur 17 Prozent das politische Handeln von Merz für glaubwürdig.

6. Vertrauensverlust in das Kanzleramt

Das Institutionen-Vertrauensranking von Forsa zeigt einen dramatischen Absturz: Das Vertrauen in das Amt des Bundeskanzlers liegt nur noch bei 20 Prozent – nach 75 Prozent im Jahr 2021.

7. Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Staates

Die Bürger trauen dem Staat immer weniger zu. Laut einer Umfrage des Beamtenbunds glauben nur noch 17 Prozent, dass der Staat seine Aufgaben effektiv erfüllen kann (2020 waren es noch 56 Prozent). Der Beamtenbund weist zudem auf den eklatanten Personalmangel hin: Rund 600.000 Stellen im öffentlichen Dienst, insbesondere in der Bildung, Justiz und Pflege, bleiben unbesetzt.