Nach der Sonnenfinsternis: Diese Anzeichen verraten, ob Ihre Netzhaut geschädigt ist
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Ungeschütztes Beobachten der Sonne kann zu bleibenden Schäden an der Netzhaut führen.
- Eine Sonnenretinopathie verläuft meist schmerzfrei und bleibt deshalb oft zunächst unbemerkt.
- Typische Warnsignale sind dunkle Flecken im Zentrum, verzerrte Linien oder ein verschwommenes Sichtfeld.
- Augenärzte können Netzhautschäden mittels optischer Kohärenztomografie präzise darstellen.
Ein zentraler Hinweis ist ein neuer, bleibender dunkler oder unscharfer Fleck im Sichtfeld. Zudem können verzerrte Linien, Nachbilder oder Probleme beim Erkennen von Buchstaben auftreten.
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Wer die Sonnenfinsternis ohne zertifizierte Schutzbrille beobachtet hat, wiegt sich oft in falscher Sicherheit. Da eine Schädigung der Netzhaut – die sogenannte Sonnenretinopathie – meist schmerzfrei verläuft, bleiben Defekte zunächst oft unbemerkt.
Die tückischen Warnsignale
Ein zentrales Warnsignal ist ein neuer, bleibender dunkler oder unscharfer Fleck im Zentrum des Sichtfelds. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz, warnt: „Oft überspielt das Gehirn Defekte zunächst, doch beim Lesen bemerken Betroffene plötzlich Schwierigkeiten bei der Buchstabenerkennung.“
Das Universitätsklinikum Freiburg listet weitere Symptome auf, die typischerweise erst Stunden nach der Sonnenbeobachtung auftreten:
- Gerade Linien erscheinen wellig oder verzerrt (Metamorphopsie).
- Das Sehen ist verschwommen oder unscharf.
- Anhaltende Nachbilder irritieren das Sichtfeld.
- Farben werden anders wahrgenommen.
- Die Lichtempfindlichkeit nimmt deutlich zu.
Kakkassery weist darauf hin, dass die Sehstärke in schweren Fällen auf 40 bis 60 Prozent sinken kann.
Wann ein Arztbesuch zwingend ist
Wer Veränderungen bemerkt, sollte zeitnah einen Augenarzt aufsuchen. Dies gilt unabhängig von der Dauer des Blicks in die Sonne. Bestimmte Symptome erfordern zudem sofortige Aufmerksamkeit, auch wenn sie nicht zwingend mit der Sonnenfinsternis zusammenhängen müssen:
- Plötzliche Lichtblitze.
- Ein plötzliches Auftreten vieler schwarzer Punkte („Regenschauer“).
- Ein schattenartiger Ausfall im Gesichtsfeld.
Schmerz bedeutet nicht Entwarnung
Gerötete, brennende oder tränende Augen nach der Beobachtung deuten in der Regel nicht auf eine Netzhautschädigung hin, sondern auf eine Photokeratitis – eine UV-bedingte Reizung der Hornhaut. Diese klingt meist nach ein bis zwei Tagen von selbst ab.

Der Umkehrschluss ist jedoch gefährlich: Das Fehlen von Schmerzen bedeutet keineswegs, dass die Netzhaut unversehrt geblieben ist.
Diagnose durch moderne Technik
Auch wenn Netzhautschäden nach aktuellem Stand nicht medikamentös heilbar sind, ist der Gang zur Praxis sinnvoll. Mittels optischer Kohärenztomografie (OCT) können Augenärzte die Netzhaut schichtweise darstellen.
Dies macht selbst kleinste strukturelle Veränderungen an den Sinneszellen sichtbar. Zudem ermöglicht die Untersuchung einen Ausgangsbefund, um den weiteren Verlauf beurteilen zu können und andere Erkrankungen auszuschließen.
Heilungschancen
Erfahrungen nach der Sonnenfinsternis von 1999 zeigen ein durchwachsenes Bild. Während eine Studie des King’s College London nach sechs Monaten keine anhaltenden Beschwerden bei den untersuchten Personen fand, zeigte eine kleinere Untersuchung aus Leicester bleibende Einschränkungen bei einem Teil der Betroffenen.
Da der Heilungsverlauf individuell stark variiert, bleibt die medizinische Abklärung bei anhaltenden Sehveränderungen der einzig sichere Weg.
Häufige Fragen
Warum habe ich keine Schmerzen trotz Netzhautschaden?
Eine Schädigung der Netzhaut verläuft in der Regel schmerzfrei. Das Fehlen von Schmerzen bedeutet daher nicht, dass die Netzhaut unversehrt blieb.
Was bedeuten gerötete oder tränende Augen nach der Beobachtung?
Diese Symptome deuten meist auf eine Photokeratitis, also eine UV-bedingte Reizung der Hornhaut, hin. Diese klingt in der Regel nach ein bis zwei Tagen von selbst wieder ab.
Sind Schäden durch die Sonnenfinsternis heilbar?
Netzhautschäden sind nach aktuellem Stand nicht medikamentös heilbar. Der Heilungsverlauf ist individuell sehr verschieden, weshalb eine medizinische Abklärung wichtig ist.
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