Gefahr im Cockpit: So reagieren Piloten bei einem Lithium-Akku-Brand
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Die festgelegten Notfallschritte für den Umgang mit brennenden Lithiumbatterien.
- Lithium-Akkus in elektronischen Geräten wie Tablets bergen im Cockpit ein kritisches Brandrisiko.
- Bei einem Batteriebrand im Flug folgt die Crew einem festgelegten Sechs-Punkte-Protokoll zur Brandbekämpfung.
- Airbus-Flugzeuge bieten spezielle Staufächer im Cockpit, die im Notfall zur Kühlung geflutet werden können.
Ein Pilot übernimmt die Flugsteuerung, während der andere Brandbekämpfungsmaßnahmen einleitet. Dazu gehört das Tragen von Atemschutz, der Einsatz von Feuerlöschern und die anschließende Kühlung mit Wasser.
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Brände von Lithiumbatterien zählen zu den kritischen Sicherheitsrisiken in der modernen Luftfahrt. Da nahezu jeder Passagier Powerbanks oder Smartphones bei sich trägt und auch die Cockpit-Crew auf digitale Helfer angewiesen ist, haben Behörden wie die Easa ihre Richtlinien verschärft. Während Passagiere ihre Akkus mittlerweile am Körper tragen müssen, stellt das Cockpit eine eigene Gefahrenzone dar.
Digitale Infrastruktur als Brandrisiko
Das klassische Papierhandbuch hat ausgedient. Piloten nutzen heute das „Electronic Flight Bag“ (EFB) – meist Tablets, auf denen Karten, Checklisten und Handbücher gespeichert sind. Airbus warnt in seinem Fachmagazin „Safety First“ eindringlich: Diese Tablets, aber auch private Laptops oder Kameras, enthalten leistungsstarke Lithiumbatterien, die im Falle eines Defekts zur akuten Gefahr werden können.
Das 6-Punkte-Protokoll für das Cockpit
Sollte es während des Fluges zu einer Rauchentwicklung oder einem Brand kommen, greift ein striktes Protokoll:

- Steuerübergabe: Ein Pilot übernimmt die aktive Flugsteuerung, der andere konzentriert sich voll auf die Brandbekämpfung.
- Kabinencrew alarmieren: Die Flugbegleiter werden angewiesen, das „Storage Procedure After a Lithium Battery Fire“ vorzubereiten. Das Gerät soll später in einem feuerfesten Behälter mit nicht brennbarer Flüssigkeit gelagert werden.
- Atemschutz: Bei sichtbaren Flammen muss der steuernde Pilot die Sauerstoffmaske aufsetzen, der Brandbekämpfer legt das Protective Breathing Equipment (PBE) an.
- Brandlöschung: Einsatz des Feuerlöschers gegen offene Flammen.
- Kühlung: Sobald das Feuer erloschen ist, muss das Gerät mit Wasser oder alkoholfreien Flüssigkeiten gekühlt werden.
- Entsorgung: Das Gerät wird, sofern möglich, aus dem Cockpit entfernt und unter Aufsicht in der Kabine gesichert.
Sicherheit durch Design
Der Rauch im Cockpit stellt oft eine größere Bedrohung dar als das Feuer selbst. Ist die Situation nicht mehr kontrollierbar, ist eine sofortige Landung zwingend. Airbus hat zudem vorgesorgt: Viele Flugzeugmodelle verfügen über spezielle Staufächer im Cockpit, die für einen Lithiumbatterie-Brand von bis zu drei Minuten ausgelegt sind. Diese können im Notfall geflutet werden, um den Akku dauerhaft zu kühlen.
Auch in der Frachtbranche reagiert man: Bei der Lufthansa-Cargo etwa gilt ein vollständiges Transportverbot für Elektrofahrzeuge, und Frachtcontainer werden zunehmend mit zusätzlichen Feuerschutzabdeckungen gesichert.
Häufige Fragen
Warum sind Lithium-Akkus im Cockpit gefährlich?
Sie können bei einem Defekt eine akute Brandgefahr darstellen und Rauch entwickeln, der eine größere Bedrohung als das Feuer selbst sein kann.
Was passiert nach einem Batteriebrand im Cockpit?
Das gelöschte Gerät wird mit Wasser oder alkoholfreien Flüssigkeiten gekühlt und anschließend in einem feuerfesten Behälter in der Kabine gesichert.
Wann müssen Piloten eine Notlandung einleiten?
Wenn die Situation durch einen Brand oder Rauch im Cockpit nicht mehr kontrollierbar ist, ist eine sofortige Landung zwingend erforderlich.
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