Rhythmische Sportgymnastik: Isabell Sawade kämpft für Athletinnengesundheit bei der WM
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Die deutsche Olympiasiegerin Darja Varfolomeev bei ihrem Einsatz in Frankfurt.
Die WM in Frankfurt: Fokus auf den Sport
Vom 12. bis 16. August 2026 steht die Frankfurter Festhalle im Zeichen der Rhythmischen Sportgymnastik. Bei den Weltmeisterschaften messen sich 345 Athletinnen aus 70 Nationen. Als eine der Topfavoritinnen im Mehrkampf und bei den Einzelgeräten tritt die deutsche Olympiasiegerin Darja Varfolomeev an.
Neben sportlicher Exzellenz rückt Isabell Sawade, Teamchefin der deutschen Nationalmannschaft, einen essenziellen Aspekt in den Vordergrund: die Gesundheit der Sportlerinnen. In der Welt der RSG, die traditionell durch Ästhetik geprägt ist, fordert sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper.
Energie und Prävention statt einseitiger Ideale
Essstörungen sind in der Rhythmischen Sportgymnastik ein bekanntes Problem. Der Verband steuert aktiv dagegen. Sawade betont, dass der Körper als „Kapital“ der Athletinnen angesehen werden muss. Um Leistung zu erbringen, sei eine ausreichende Nährstoffzufuhr zwingend erforderlich.
Der Deutsche Turner-Bund setzt dabei auf ein breites Unterstützungssystem. Dazu gehören sportmedizinische Untersuchungen, Projekte zum „RED-S-Screening“ (Relativer Energiemangel im Sport) sowie die Zusammenarbeit mit Ernährungsberatern und Sportpsychologen. Laut Sawade zeigen diese Maßnahmen Wirkung: Die Zahl der Ermüdungsbrüche sei durch die Präventionsarbeit gesunken.
Bewusstsein statt starrer Vorgaben
Obwohl das Verständnis für eine gesunde Ernährung gewachsen ist, gibt es laut Sawade weiterhin Trainer, die alte, ungesunde Denkmuster pflegen. Dennoch lehnt die Teamchefin starre Gewichtsvorgaben ab. Ein festes Ideal existiere nicht. Entscheidend sei das Wohlbefinden der Gymnastinnen.

Auch die Inszenierung der Sportart hat sich gewandelt. Die einstige Dominanz sowjetischer Traditionen ist einer neuen Vielfalt gewichen – sowohl bei der Musikwahl als auch bei den physischen Voraussetzungen der Athletinnen.
Schutz vor Sexualisierung
Ein kritischer Punkt bleibt die zunehmende Sexualisierung. Das Technische Komitee reagiert hierauf mit strengeren Regeln für Wettkampfanzüge, etwa durch Vorgaben zur Bedeckung bestimmter Körperpartien. Auch die Musikauswahl wird, insbesondere im Juniorenbereich, strenger kontrolliert.
Bezüglich der sozialen Medien appelliert Sawade an die Eigenverantwortung der Sportlerinnen. Während sie offizielle Medienrichtlinien für die Verbandsarbeit durchsetzt, sucht sie bei persönlichen Beiträgen das direkte Gespräch. Verbote seien oft kaum durchsetzbar, weshalb sie stattdessen auf eine kontinuierliche Sensibilisierung der Athletinnen setzt.
