Front-Krise in der Ukraine: Soldaten berichten von tagelangem Wassermangel
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Ukrainische Soldaten der 121. Territorialverteidigungsbrigade berichten von katastrophalen Versorgungsengpässen.
Hilferuf aus dem Unterstand
Eine Gruppe ukrainischer Soldaten, die gegen russische Truppen kämpfen, hat sich mit einem verzweifelten Video an die Armeeführung gewandt. Aufgrund massiver Probleme bei der Rekrutierung neuer Kräfte können Einheiten an der Front nicht planmäßig abgelöst werden. Die Folgen für die Männer vor Ort sind fatal.
Anatolij Saitschuk, Kommandant eines Zuges der 121. Territorialverteidigungsbrigade, schildert in der Aufnahme die Zustände. Seit vier Monaten sei seine Einheit nicht abgelöst worden. Die Soldaten müssten teils tagelang ohne Verpflegung oder Trinkwasser auskommen.
Zwölf Tage ohne Wasser
„Wir sind jetzt in einem Unterschlupf, den wir selbst gefunden haben, weil alle Stellungen zerstört wurden“, berichtet Saitschuk in dem Video, das sich direkt an Armeechef Mychailo Drapaty richtet. Die Lage sei dramatisch: Über Zeiträume von drei bis sieben Tagen habe es weder Lebensmittel noch Wasser gegeben.
In einem besonders kritischen Fall seien die Soldaten zwölf Tage lang ohne Wasser gewesen. Laut Aussage des Kommandanten waren die Männer gezwungen, ihren eigenen Urin zu trinken, um zu überleben.
Gebrochene Versprechen
Ursprünglich war der Einsatz der Einheit auf einen Monat begrenzt. Zudem hätte die Versorgung mit Drohnen sichergestellt werden sollen. Saitschuk erhebt schwere Vorwürfe gegen vorgesetzte Offiziere: Diese hätten gegenüber den Familien der Soldaten behauptet, die Truppen seien „in vollem Umfang versorgt“.

Reaktion der Heeresleitung
Das Kommando der 121. Brigade bestätigte via Facebook die Echtheit des Videos. Man unternehme alle notwendigen Schritte, um die Versorgung in dieser „extrem schwierigen“ Lage sicherzustellen.
Das zuständige Truppenkommando betonte, der Zug kämpfe in einem „schwierigen und dynamischen Teil der Front“. Das veröffentlichte Video bilde lediglich einen „isolierten Teil eines komplexen Einsatzumfelds“ ab und spiegele nicht die gesamte Bandbreite der Bemühungen zur Unterstützung der Truppe wider.
Die ukrainische Armee steht seit Längerem unter Druck. Schwierigkeiten bei der Mobilmachung neuer Soldaten führen dazu, dass Frontverbände überbelastet sind. Ähnliche Berichte über unterversorgte und erschöpfte Soldaten haben in der Vergangenheit bereits mehrfach für öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt.
