Gefährliche Android-Masche: Betrüger nutzen „WindRelay“-Software für NFC-Kartendiebstahl
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Durch die Kombination von SpyNote und WindRelay können Kriminelle infizierte Smartphones in mobile Kartenlesegeräte verwandeln.
Sicherheitsforscher haben eine neue, hochgefährliche Betrugsmethode aufgedeckt. Dabei wird die Spionage-Software „SpyNote“ mit einem bisher unbekannten Tool namens „WindRelay“ kombiniert. Diese Allianz ermöglicht es Angreifern, die vollständige Kontrolle über Android-Smartphones zu erlangen und kontaktlose Bezahldaten in Echtzeit abzugreifen.
Manipulation durch personalisierte Spionage-Apps
Wie das Analysehaus „Group-IB“ berichtet, beginnt der Angriff stets mit einem manipulativen Telefonat. Die Täter geben sich als Bankmitarbeiter aus und drängen das Opfer dazu, die App „SpyNote“ zu installieren. Um Misstrauen zu verhindern, wird die Software individuell für das Opfer präpariert und trägt dessen echten Namen.
Das Smartphone als gefälschtes Bezahlterminal
Sobald der Fernzugriff besteht, installieren die Betrüger im Hintergrund die Schadsoftware „WindRelay“. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wird das Opfer angewiesen, seine physische Bankkarte an das Smartphone zu halten.
In diesem Moment agiert das infizierte Gerät wie ein manipuliertes Bezahlterminal. Die Daten der Bankkarte werden ausgelesen und direkt an die Kriminellen übertragen, die diese für Einkäufe oder Bargeldabhebungen nutzen.
Massiver Anstieg bei NFC-Angriffen
Die Methode ist Teil eines globalen Trends: Die Angriffe auf die NFC-Schnittstellen (Near Field Communication) von Smartphones nehmen rapide zu. Nach Angaben von „Kaspersky“ stieg die Zahl der blockierten NFC-Attacken auf Android-Geräte Anfang 2026 um 188 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Neben dem direkten Diebstahl von Kartendaten nutzen Kriminelle die gewonnene Kontrolle über das Gerät auch dazu, in Namen der Opfer unberechtigte Online-Kredite zu beantragen.
Was bei Betrugsverdacht zu tun ist
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz warnt eindringlich vor dem Missbrauch bargeldloser Zahlungsmittel. Sollten Anzeichen für unberechtigte Abbuchungen oder Schadsoftware vorliegen, ist schnelles Handeln erforderlich:
- Bank informieren: Nicht autorisierte Zahlungen müssen sofort gemeldet werden; in der Regel erfolgt eine Erstattung.
- Sperrung: Karte und Online-Banking-Zugang sind umgehend zu sperren.
- Widerruf: Lastschriften können innerhalb von acht Wochen ohne Begründung zurückgebucht werden.
- Sicherheit: Alle Passwörter und Zugangsdaten müssen sofort geändert werden.
- Rechtliche Schritte: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft.
Die wichtigste goldene Regel bleibt: Geben Sie unter keinen Umständen PIN, TAN oder Passwörter am Telefon preis, egal wie glaubwürdig der Anrufer erscheint.
