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Grünes Licht für Mega-Tunnel unter den Großen Seen: Enbridge rüstet Line 5 auf

Die Mackinac-Straße, an der der neue Tunnel für die Line 5 Pipeline geplant ist. Aktuelle News

Die Mackinac-Straße bildet den Standort für das geplante Tunnelprojekt von Enbridge.

Das U.S. Army Corps of Engineers hat grünes Licht für den Bau eines Tunnelprojekts erteilt, das die Energieinfrastruktur der USA sichern soll. Im Zentrum steht der kanadische Energiekonzern Enbridge und die umstrittene Pipeline „Line 5“.

Tunnelbau unter der Mackinac-Straße

Die Genehmigung erlaubt es, einen Tunnel unter der Mackinac-Straße zu bohren – genau an der Stelle, an der sich der Michigansee und der Huronsee treffen. Das Projekt umfasst ein 6,4 Kilometer langes Segment der Pipeline, die sich aktuell in zwei Leitungen am Grund der Meerenge aufteilt.

Der „Great-Lakes-Tunnel“ soll in einer Tiefe von bis zu 76 Metern durch das Gestein getrieben werden. Eine spezielle Tunnelbohrmaschine wird während des Vortriebs gleichzeitig die Stützwände errichten. Enbridge rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren für diesen Abschnitt. Bislang sind bereits rund 100 Millionen US-Dollar in das Vorhaben geflossen.

Warum das Projekt notwendig ist

Die bestehende Pipeline stammt aus dem Jahr 1953 und ist nach Ansicht vieler Experten veraltet. Da Line 5 rund 55 Prozent des in Michigan verbrauchten Propans liefert, ist die Abhängigkeit hoch: Etwa 315.000 Haushalte hängen direkt an dieser Versorgung. Insgesamt transportiert die Leitung täglich bis zu 540.000 Barrel Rohöl und Erdgas-Liquide.

Die Sorge vor einem Leck ist das Hauptargument für den Tunnel. Ein Bruch der alten Rohre könnte enorme Mengen Öl in die Großen Seen freisetzen. Adam Telle, stellvertretender Minister der Army für zivile Bauvorhaben, betonte, dass die Entscheidung im Einklang mit dem Ziel stehe, die Energiedominanz der USA zu sichern und bürokratische Hürden abzubauen.

Grünes Licht für Mega-Tunnel unter den Großen Seen: Enbridge rüstet Line 5 auf

Widerstand und wirtschaftliche Folgen

Trotz der behördlichen Zustimmung bleibt das Projekt hochumstritten. Insbesondere indigene Volksstämme leisten erbitterten Widerstand und versuchen, den Bau auf dem Rechtsweg zu stoppen oder die komplette Stilllegung der Leitung zu erzwingen.

Enbridge argumentiert hingegen mit der Alternativlosigkeit. Ein Transport per Lkw oder Bahn sei aufgrund der massiven benötigten Mengen logistisch nicht zu bewältigen. Die Michigan Agency for Energy bestätigte in einer Analyse, dass ein Ausfall der Pipeline gravierende Folgen hätte. Ohne die Leitung würden die Energiepreise in der gesamten Region aufgrund von Versorgungsengpässen drastisch steigen.

Infrastruktur im Fokus

Während in den USA der Tunnelbau als Modell für eine proaktive Modernisierung kritischer Infrastruktur dient, zeigt sich auch in Deutschland die Notwendigkeit, instabile Bauten frühzeitig zu sanieren. Ähnlich wie bei der Sperrung und notwendigen Erneuerung der Rheinbrücke Bonn-Nord verdeutlicht das US-Projekt die Herausforderungen, mit denen Industrienationen bei der Instandhaltung ihrer Versorgungsnetze konfrontiert sind.