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Millionenschatz in Dendermonde: Wer ist der rechtmäßige Erbe des Baustellen-Goldes?

Die entkernte Baustelle in Dendermonde, an der der Goldfund gemacht wurde. Aktuelle News

Auf dieser Baustelle wurde der Goldschatz gefunden.

Es war ein Fund, der weltweit für Schlagzeilen sorgte: Bei Renovierungsarbeiten in der belgischen Stadt Dendermonde stießen Bauarbeiter auf Gold im Wert von rund neun Millionen Euro. Die Behörden handelten umgehend.

Polizeichef Patrick Feys ließ den Schatz in Zivilfahrzeugen nach Brüssel bringen, noch bevor die Öffentlichkeit informiert wurde. „Das Gold ist nicht mehr in der Stadt“, bestätigt Feys.

Seit das Geheimnis gelüftet wurde, ist der Ansturm auf die kleine Stadt groß. „Wir erhalten E-Mails aus der ganzen Welt“, berichtet der Polizeichef. Die Anfragen reichen von vermeintlichen Nachfahren bis hin zu abstrusen Behauptungen über Wiedergeburten und Goldverstecke in früheren Leben.

Die Spur zur Brauereifamilie van Assche

Hinter dem medialen Trubel steht eine ernsthafte polizeiliche Ermittlung. Die Spur führt in das ehemalige Wohnhaus der Familie van Assche, einer lokal bekannten und wohlhabenden Brauereifamilie. Dort wurde der Schatz bei Kanalisationsarbeiten entdeckt.

Der Finder ist der 18-jährige Student Kobe Philips, der dort in den Ferien als Aushilfe tätig war. „Sie stießen beim Graben für die Abwasserentsorgung auf eine Art Kiste im Boden“, erklärt Geert Hellwig, Leiter der Hilfsorganisation CAW, der das Gebäude heute gehört.

Millionenschatz in Dendermonde: Wer ist der rechtmäßige Erbe des Baustellen-Goldes?

Ein Geheimnis, das die Stadt bewegt

In Dendermonde ist der Goldrausch das beherrschende Thema. Während die Bürgermeisterin Leen Dierick zur Vorsicht mahnt und betont, dass das Geheimnis noch eine Weile gewahrt bleiben müsse, diskutieren die Bürger über Moral und Eigentumsrecht.

Die Frage, ob man einen solchen Fund ehrlich abgeben würde, spaltet die Gemüter. „Jeder sagt erstmal, ich hätte das nicht getan. Aber am Ende kannst du es nicht für dich behalten“, meint Anwohner Dirk Martens. Viele loben jedoch das Verhalten des jungen Studenten.

Der lange Weg zum Finderlohn

Die Ehrlichkeit von Kobe Philips könnte sich langfristig auszahlen. Derzeit prüfen die Steuerbehörden sowie potenzielle Erben der Brauereifamilie ihre Ansprüche. Sollte bis zum Jahr 2031 kein rechtmäßiger Eigentümer ermittelt werden können, greift die belgische Gesetzeslage.

In diesem Fall stünde der Hilfsorganisation CAW als Grundstückseigentümerin die Hälfte des Schatzes zu, während die andere Hälfte an den Finder ginge. Für den jungen Bauhelfer könnte dies bedeuten, dass er mit 23 Jahren doch noch zum Millionär wird.