Mont Blanc: Bergsteiger fordern Rettungsflug nach Missachtung von Warnungen
Spannende Geschichten
Das Mont-Blanc-Massiv bleibt aufgrund klimatischer Veränderungen zunehmend unberechenbar.
Ignoranz am Berg: Kostspielige Rettung gefordert
Ein Vorfall am Mont Blanc sorgt für Empörung: 32 Bergsteiger setzten ihre Tour trotz eindringlicher Warnungen von Bergführern und des Hochgebirgsamts fort. Nur einen Tag später verlangten sie eine kostenlose Evakuierung per Hubschrauber.
Der zuständige Bürgermeister Jean-Marc Peillex bezeichnete die Situation gegenüber dem Sender France Info als „absurd“. Er hatte bereits zuvor die Schließung der beiden wichtigsten Schutzhütten am Aufstiegsweg angeordnet.
Gefahrenzone Grand Couloir
Hintergrund der Sperrung war eine Hitzewelle, die das Risiko für Steinschläge im berüchtigten „Grand Couloir du Goûter“ massiv erhöht hatte. Dennoch entschieden sich die Alpinisten gegen den Rat der Experten für den Aufstieg.
Da keine akute Lebensgefahr bestand, lehnte Bürgermeister Peillex die staatlich finanzierte Rettung ab. Die Gruppe musste stattdessen ein privates Hubschrauberunternehmen beauftragen, um sich auf eigene Kosten von der Goûter-Hütte ausfliegen zu lassen.
Mehr Eigenverantwortung gefordert
Einige Bergsteiger nahmen das kostenpflichtige Angebot an, andere stiegen laut Angaben des Bürgermeisters problemlos zu Fuß ab. Peillex vermutet, dass es bei vielen lediglich um Bequemlichkeit ging.

„Die Berge sind ein Ort der Freiheit, aber die Natur hat ihre eigenen Gesetze“, betont Peillex. Er sieht in dem Vorfall einen Präzedenzfall und mahnt zu mehr Eigenverantwortung. Wer sich im Hochgebirge bewege, müsse sich den sich ändernden klimatischen Bedingungen anpassen, anstatt auf staatliche Hilfe bei mangelnder Planung zu bauen.
Klimawandel verändert die Alpen
Dass die Gefahr in den Alpen wächst, belegt auch eine Studie der WSL und ETH Zürich. Der Rückgang der Gletscher und das Auftauen des Permafrosts führen dazu, dass sich Felsmassen deutlich schneller lösen als in der Vergangenheit.
„Hohe Temperaturen und Hitzewellen können Massenbewegungen direkt auslösen“, heißt es in der Analyse der Wissenschaftler. Steinschläge und Felslawinen in Lagen, die früher als sicher galten, sind durch den Klimawandel zu einer neuen Realität für Alpinisten geworden.
