Nahaufnahme einer Katastrophe: Als ein US-Flugzeugträger ein sowjetisches U-Boot rammte
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Das russische U-Boot „Petropavlovsk-Kamtschatski“ B-274 im Hafen von Tanjung Priok.
U-Boote sind die lautlosen Jäger der Meere, doch ihre größte Gefahr ist oft nicht das Torpedo, sondern die Kollision. Im März 1984 kam es im Japanischen Meer zu einem Zwischenfall, der den Kalten Krieg an den Rand einer unkontrollierbaren Eskalation brachte.
Während des Großmanövers „Team Spirit 84-1“ kollidierte der 80.000 Tonnen schwere US-Flugzeugträger „USS Kitty Hawk“ mit dem sowjetischen Atom-U-Boot „K-314“. Der Unfall ereignete sich etwa 240 Kilometer östlich von Pohang, Südkorea.
Der Zusammenprall bei 15 Knoten
Am Abend des 21. März, gegen 22.07 Uhr, steuerte der US-Flugzeugträger mit etwa 15 Knoten durch die Dunkelheit. Ein heftiger Stoß erschütterte das massive Schiff. Kapitän David N. Rogers berichtete später, er habe im fahlen Licht noch den Umriss des U-Boot-Turms in der Tiefe verschwinden sehen. Glücklicherweise gab es bei der Kollision keine Verletzten.
Das sowjetische U-Boot der Victor-I-Klasse hatte den US-Flugzeugträgerverband bereits seit dem 14. März beschattet. Die Amerikaner wussten um die Anwesenheit des Verfolgers, hatten jedoch kurz vor dem Unfall den Kontakt verloren.
Fehlkalkulation im kritischen Moment
Die sowjetischen Angaben zeichnen ein dramatisches Bild: Kommandant Wladimir Jewsejenko hatte sein Boot für eine Periskop-Beobachtung zur Oberfläche geführt. Als er die US-Schiffe plötzlich in unmittelbarer Nähe auf Kollisionskurs erkannte, ordnete er ein Notabtauchen an.
Für das Manöver war es jedoch zu spät. Die „K-314“ wurde von zwei massiven Schlägen an der Steuerbordseite getroffen. Während die „Kitty Hawk“ trotz beschädigtem Flugbenzin-Tank unter der Wasserlinie einsatzbereit blieb, trug das U-Boot schwere Schäden an der Außenhülle, einem Stabilisator und dem Antrieb davon.

Fragmente als technisches Geheimnis
Die Folgen der Kollision wurden erst später in der philippinischen Subic Bay vollständig deutlich. Bei Reparaturarbeiten entdeckten Techniker am Rumpf der „Kitty Hawk“ Fragmente einer sowjetischen Propellerschaufel sowie Stücke der schalldämpfenden Außenbeschichtung.
Diese Trümmerteile boten der US-Navy einen seltenen und wertvollen Einblick in die sowjetische Tarnkappentechnologie. Das U-Boot „K-314“ musste bis August 1984 repariert werden; für Kommandant Jewsejenko bedeutete der Vorfall das Ende seiner Karriere auf See.
Bleibendes Risiko unter Wasser
Das Szenario von U-Booten, die Flugzeugträger bedrohen, ist bis heute ein zentrales Thema für die Nato. Die Gefahr durch technologische Aufrüstung bleibt bestehen.
Erst im September 2025 sollen russische U-Boote die „Gerald R. Ford“ im Nordmeer in der Nähe der Lofoten bedroht haben. Die daraufhin eingeleiteten großangelegten Suchmissionen durch norwegische, britische und amerikanische P-8 Poseidon-Aufklärer zeigen, dass die gefährliche Katz-und-Maus-Spiel auch Jahrzehnte nach dem Zwischenfall von 1984 nichts an seiner Brisanz verloren hat.
