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Ukraine zielt auf Wildberries: Russlands Logistik unter Beschuss

Logo und Logistik-Infrastruktur des russischen Handelsunternehmens Wildberries. Aktuelle News

Wildberries gilt als einer der wichtigsten Handelsakteure auf dem russischen Markt.

Die ukrainischen Streitkräfte intensivieren ihre Kampagne gegen die russische Wirtschaftsinfrastruktur. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew sind inzwischen sieben der zehn größten Logistikzentren des Online-Händlers Wildberries durch gezielte Angriffe außer Betrieb gesetzt worden.

Schläge gegen das logistische Herz

In der Nacht zum 16. August traf es zwei strategisch wichtige Standorte im Moskauer Umland. Besonders schwerwiegend ist der Ausfall des Lagers im Industriepark Koledino bei Podolsk.

Mit einer Fläche von rund 250.000 Quadratmetern handelt es sich um das größte Warenlager des Unternehmens. Nach dem Angriff brach dort ein Großbrand aus, der den Betrieb vollständig zum Erliegen brachte. Auch das Logistikzentrum in Domodedowo musste die Arbeit einstellen.

Das ukrainische Verteidigungsministerium kommentierte die Lage kurz: Die russische Logistik spüre nun die direkten Folgen des Krieges, den Moskau gegen die Ukraine führe.

Luftverkehr und digitale Sabotage

Berichte des Portals „Ukrainska Pravda“ bestätigen den Treffer in Koledino. Russische Behörden meldeten zudem für die Regionen Domodedowo, Tschechow, Podolsk und den Bezirk Stupino Explosionen und den Einsatz der Flugabwehr.

Die Sicherheitslage beeinträchtigte massiv den Luftverkehr. Der Betrieb an den Moskauer Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurde zeitweise ausgesetzt.

Ukraine zielt auf Wildberries: Russlands Logistik unter Beschuss

Zusätzlich zu physischen Angriffen geraten die IT-Systeme von Wildberries unter Druck. Spezialisten des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR griffen am 10. und 11. August laut „Kyiv Post“ die digitalen Netzwerke an. Dies führte zu Ausfällen im Kundenservice und im Zahlungsverkehr. Seit Mitte Juli wurden insgesamt mindestens 23 Einrichtungen des Unternehmens attackiert.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Wildberries ist ein Schwergewicht: Der Konzern deckt etwa zehn Prozent des russischen Einzelhandels ab. Analysten von Data Insight gehen davon aus, dass das Unternehmen bereits ein Drittel seiner gesamten Lagerkapazität verloren hat.

Der wirtschaftliche Schaden durch zerstörte oder beschädigte Waren wird auf etwa 480 Milliarden Rubel – umgerechnet rund 4,9 Milliarden Euro – geschätzt.

Kiew rechtfertigt die Angriffe damit, dass Wildberries ein legitimes militärisches Ziel darstelle, da über die Handelsplattform auch Güter vertrieben würden, die vom russischen Militär genutzt werden könnten. Das Unternehmen weist den Vorwurf einer direkten Belieferung der russischen Streitkräfte zurück.