Russland baut Drohnen-Basen: Reichweite bis nach Warschau
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Russische Soldaten starten eine Kamikazedrohne vom Typ Zala Lancet.
Russland baut sein Netzwerk für weitreichende Angriffsdrohnen massiv aus. Satellitenbilder und geleakte Dokumente belegen nun, dass neue Abschussrampen nahe der Grenzen zu Belarus und zur Ukraine errichtet wurden. Einige dieser Standorte befinden sich in einer strategischen Position, die Angriffe bis tief in Nato-Gebiet – einschließlich Warschau – ermöglichen würde.
Neue Abschussrampen nahe der Grenze
Eine gemeinsame Analyse, an der das auf Drohnentechnologie spezialisierte Unternehmen DroneSec beteiligt war, identifizierte zehn russische Standorte mit neuen Abschussvorrichtungen. Insgesamt wurden 59 neue Startschienen dokumentiert. Diese mechanischen Führungsschienen ersetzen bei modernen Flächendrohnen die klassische Startbahn.
Während einige Anlagen auf bestehenden Militärbasen liegen, wurden andere neu in ländlichen Gebieten angelegt. Besonders auffällig sind 20 Schienen, die aufgrund ihrer Überlänge auf den Einsatz schwererer und leistungsstärkerer Drohnen hindeuten. Neuere strahlgetriebene Varianten könnten Ziele in bis zu 1000 Kilometern Entfernung erreichen.
Nato warnt vor Eskalationspotenzial
Obwohl derzeit keine konkreten Pläne für einen Angriff auf Nato-Staaten vorliegen, wächst in den Bündnisstaaten die Sorge. Sicherheitskreise in den USA und Europa halten bewaffnete Provokationen auf polnischem Boden für ein realistisches Szenario. Dabei könnten kritische Infrastrukturen angegriffen oder Täuschungsmanöver inszeniert werden, um den Verdacht auf die Ukraine zu lenken.
Die Nato reagiert bereits: Das Bündnis arbeitet daran, eigene Fähigkeiten zur Produktion und Abwehr von Drohnen in großem Maßstab auszubauen. Ein Bündnisvertreter stellte klar: „Drohnen haben den Charakter moderner Kriegsführung grundlegend verändert.“

Bereits im Einsatz gegen Kiew
Die neuen Startplätze dienen nicht nur der Abschreckung. Laut Datenanalysen wurden sieben der zehn identifizierten Standorte bereits bei jüngsten Angriffen auf Kiew genutzt. Die Nähe zur Grenze verkürzt die Flugwege der Drohnen und erschwert der ukrainischen Luftverteidigung das Abfangen erheblich.
Im Einsatz befinden sich offenbar die Modelle „Geran-4“ und „Geran-5“. Diese Varianten verfügen über eine Sprenglast von 90 Kilogramm und sind für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt. Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR warnt zudem, dass Russland die Drohnen mit Luft-Luft-Raketen ausrüstet, um Schutzflugzeuge abzufangen.
Massive Kapazitäten in Sonderwirtschaftszonen
Die Dimensionen der russischen Aufrüstung sind beachtlich. An einem einzigen Stützpunkt fanden Analysten Lagerkapazitäten für über 1000 Drohnen. Die Versorgung erfolgt über spezialisierte Zentren wie die Sonderwirtschaftszone Alabuga, die Berichten zufolge jährlich rund 6000 Drohnen produziert.
DroneSec-Chef Mike Monnik betonte, dass Russland sein Netzwerk „deutlich ausgeweitet“ habe. Mit dieser Infrastruktur könne Moskau nicht nur den Druck auf die Ukraine erhöhen, sondern das Risiko für Nato-Staaten durch eine Vielzahl möglicher Angriffspunkte systematisch steigern.
