Überraschender Gewinner im Hitzesommer: Warum der Faulbaumbläuling in NRW floriert
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Der Faulbaumbläuling sticht 2026 durch eine besonders hohe Präsenz hervor.
Der Sommer 2026 hat Nordrhein-Westfalen fest im Griff: Extreme Hitze und ausbleibender Niederschlag setzen der Natur schwer zu. Doch während viele Insektenarten unter den trockenen Böden und der Dürre leiden, profitiert ein kleiner Falter überraschend stark von den Bedingungen: der Faulbaumbläuling.
Ein ungewöhnlicher Profiteur der Hitze
Die aktuelle Bilanz des NABU zeigt ein zweigeteiltes Bild. Nach einer landesweiten Zählaktion zwischen Mitte Juni und Mitte Juli, bei der über 19.000 Meldungen aus Gärten und Parks eingingen, sticht der Faulbaumbläuling als positiver Ausreißer hervor. Während die Gesamtzahl der gemeldeten Schmetterlinge leicht unter dem Vorjahr blieb, wurde dieser Falter deutlich häufiger gesichtet als üblich.
Der Erfolg der Art liegt in ihrer Anpassungsfähigkeit. Ursprünglich ein Bewohner von Laubwäldern, Lichtungen und Waldrändern, hat sich der „Gartenbläuling“ längst an menschliche Siedlungsräume gewöhnt. Der NABU vermutet, dass das Nahrungsangebot für die Raupen in diesem Jahr ideal war, was die Entwicklung einer besonders starken Sommergeneration begünstigte.
Faulbaumbläuling, ein blauer Schmetterling auf einem Zweig
Erkennungsmerkmale: Klein, aber blau
Wer den Faulbaumbläuling im eigenen Garten identifizieren möchte, sollte auf die Größe und Farbe achten. Mit einer Flügelspannweite von 20 bis 30 Millimetern gehört er zu den eher kleinen Arten.

- Oberseite: Leuchtend hellblau.
- Unterseite: Hell weißlich-blau mit feiner, schwarzer Punktierung.
- Geschlechtsunterschiede: Weibchen zeigen am Flügelrand häufig einen dunklen Saum, während Männchen fast durchgehend blau gefärbt sind.
Die Schattenseite der Bilanz
Der Erfolg des Faulbaumbläulings kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele andere Arten mit den extremen Wetterbedingungen kämpfen. Das Landkärtchen und der Schornsteinfeger wurden beispielsweise deutlich seltener registriert als in vorangegangenen Jahren.
In der Gesamtzählung des NABU führen weiterhin die klassischen Arten die Liste an. Die Weißlinge bleiben die am häufigsten gemeldeten Falter, gefolgt vom Tagpfauenauge, dem Großen Ochsenauge und dem Taubenschwänzchen. Der Faulbaumbläuling bleibt somit ein faszinierendes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Insekten auf den Klimastress reagieren.

