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Uli Hoeneß warnt vor Klopp-Hype und kritisiert DFB-Strukturen

Rudi Völler, Andreas Rettig, Alexander Wehrle, Holger Blask und Marc Kosicke bei der Vorstellung von Jürgen Klopp Aktuelle News

Vorstellung von Jürgen Klopp im Beisein von DFB-Funktionären und Berater Marc Kosicke.

Uli Hoeneß ist kein Anhänger von Personenkult. In einem Interview mit RTL/Sky äußerte sich der Ehrenpräsident des FC Bayern München kritisch zur aktuellen Euphorie um den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp.

„Ich persönlich halte Jürgen Klopp für einen sehr guten Trainer. Aber ich bin kein großer Freund der Heldenverehrung“, betonte Hoeneß. Er warnt davor, Klopp als „Messias“ zu betrachten, der durch bloßes „Handauflegen“ den DFB revolutionieren könne.

Rudi Völler, Andreas Rettig, Alexander Wehrle, Holger Blask und Marc Kosicke (v.l.) bei der Vorstellung von Jürgen Klopp
Rudi Völler, Andreas Rettig, Alexander Wehrle, Holger Blask und Marc Kosicke bei der Vorstellung von Jürgen Klopp.

Kritik am Berater-Einfluss

Besonders kritisch sieht Hoeneß die Rolle von Klopps langjährigem Berater, Marc Kosicke. Dass dieser bei der Vorstellung als eine Art Co-Trainer für Strategie und Innovation fungierte, empfindet Hoeneß als problematisch.

„Was mir in der Geschichte nicht gefällt, ist, dass sein Berater Marc Kosicke mit eingekauft wurde“, so Hoeneß. Da Kosicke gleichzeitig Geschäftsführer einer Spieleragentur ist, sieht der Bayern-Patron einen Interessenkonflikt. Er spricht in diesem Zusammenhang von einem „friendly takeover“, bei dem Klopp und sein Umfeld den DFB übernommen hätten.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler, Bundestrainer Jürgen Klopp und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke
DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler, Bundestrainer Jürgen Klopp und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke.

Forderung nach Strukturreform

Für Hoeneß ist die Personalie nur ein Symptom tieferliegender Probleme beim DFB. Er plädiert für eine grundlegende Ausgliederung der Nationalmannschaften in eine GmbH mit eigener Geschäftsführung.

Uli Hoeneß warnt vor Klopp-Hype und kritisiert DFB-Strukturen

Der aktuelle Modus, in dem „Landesfürsten“ über die Geschicke des Bundestrainers entscheiden, sei nicht mehr zeitgemäß. „Der Fußball ist so hochprofessionell, da müssen Profis ran“, fordert Hoeneß.

Hoffnungsträger Mertesacker

Eine positive Veränderung erwartet Hoeneß durch die künftige Rolle von Per Mertesacker. Der Weltmeister soll ab 2027 die Geschäftsführung von Andreas Rettig übernehmen.

Hoeneß lobt Mertesackers Expertise, die er sowohl durch seine Karriere als Profi als auch durch seine achtjährige Tätigkeit als Leiter der Arsenal-Akademie unter Beweis gestellt habe. „Wenn er es nicht kann, wer sonst?“, so das Fazit des 74-Jährigen.