Zum Inhalt springen
On Air Festival

US-Navy vor Umbau-Debatte: Sollen neue Flugzeugträger aussehen wie im Zweiten Weltkrieg?

Historische Aufnahme der USS Enterprise von 1963 auf offener See. Aktuelle News

Die USS Enterprise im Jahr 1963.

Die US-Navy steht vor einer technischen Debatte über die Zukunft ihrer Flugzeugträger der Gerald-R.-Ford-Klasse. Im Zentrum steht die Position der sogenannten „Insel“ – des markanten Aufbaus auf dem Flugdeck.

Hintergrund der Diskussion sind politische Wünsche aus dem Umfeld von Donald Trump. Der Präsident bevorzugt ein Design, das optisch an die Ära des Zweiten Weltkriegs erinnert. Dies würde eine Verlagerung der Insel weiter nach vorne bedeuten.

Warum die Insel heute hinten liegt

Bei den aktuellen Schiffen der „Ford“-Klasse ist die Insel bewusst weit hinten und kompakt konstruiert. Ziel dieses Designs ist es, maximale freie Fläche auf dem Deck zu schaffen.

USS Enterprise 1963
Die USS Enterprise im Jahr 1963.

Der frühere Kommandant der USS Gerald R. Ford, Paul Lanzilotta, betonte die operativen Vorteile dieser Anordnung. Die freie Fläche ermöglicht es, Flugzeuge schneller zu betanken und neu zu bewaffnen. Maschinen können zudem effizienter zu den Katapulten befördert werden, ohne den laufenden Landebetrieb zu stören.

Technische Hürden und Milliardenkosten

Eine Verschiebung der Insel ist weit mehr als eine ästhetische Anpassung. In diesem Aufbau sind kritische Systeme konzentriert: die Brücke, die Flugkontrolle, komplexe Sensoren und Kommunikationsanlagen.

US-Navy vor Umbau-Debatte: Sollen neue Flugzeugträger aussehen wie im Zweiten Weltkrieg?

Eine Umplanung hätte massive Konsequenzen für das gesamte Innenleben des Trägers:

  • Vollständige Neukonfiguration der Verkabelung und Lüftungssysteme.
  • Anpassung der Tragstruktur und der statischen Gewichtsverteilung.
  • Neubewertung des Anflugs, da die Insel bei der Landung nun im Sichtfeld oder im Bereich der Flugbahnen liegen könnte.

Schon während Trumps erster Amtszeit ergaben Analysen der Navy, dass solche Änderungen Milliarden kosten würden. Zudem drohen erhebliche Verzögerungen im Bauplan.

Technik-Rolle rückwärts?

Die Debatte fügt sich in eine Reihe von Forderungen Trumps ein, die bestehende moderne Standards der US-Navy infrage stellen. Erst kürzlich ordnete er an, bei der künftigen USS Doris Miller das elektromagnetische Katapultsystem sowie moderne Waffenaufzüge einer kritischen Prüfung zu unterziehen und gegebenenfalls durch ältere Technik zu ersetzen.