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Verborgenes Ökosystem: Forscher entdecken riesige Regenwälder in den Blue Mountains

Satellitenaufnahme der zerklüfteten Berglandschaft der Greater Blue Mountains in Australien. Aktuelle News

Die Greater Blue Mountains in Australien verbergen ein bisher weitgehend übersehenes Ökosystem.

Ein Irrtum von gewaltigem Ausmaß

Die Greater Blue Mountains in New South Wales, Australien, gelten als schwer zugänglich. In den tiefen, dichten Schluchten hat ein Team um Eli Bendall von der Western Sydney University nun ein Ökosystem entdeckt, das lange Zeit falsch kartiert wurde.

Über 90 Prozent der dortigen Regenwaldflächen waren zuvor fälschlicherweise als Eukalyptuswälder klassifiziert worden. Die aktuelle Studie korrigiert dieses Bild drastisch: Die tatsächliche Fläche der Regenwälder ist drei- bis viermal größer als bisher vermutet.


Luftaufnahme der Greater Blue Mountains Region.

Verbindung zum Superkontinent Gondwana

Die Wissenschaftler identifizierten durch die Auswertung hochaufgelöster Satellitenbilder und Vor-Ort-Untersuchungen zwei bisher nicht erfasste Pflanzengemeinschaften: den Hawkesbury Warm Sheltered Gully Rainforest und den Hawkesbury Subtropical-Dry Bench Rainforest.

Die Bedeutung dieser Funde ist historisch: Die Regenwälder beherbergen Arten, deren Wurzeln bis zu 180 Millionen Jahre zurückreichen – in die Ära des Superkontinents Gondwana. Diese Überreste zählen zu den ältesten Ökosystemen dieser Art weltweit und grenzen sich botanisch stark von den umliegenden Eukalyptusbeständen ab.

Verborgenes Ökosystem: Forscher entdecken riesige Regenwälder in den Blue Mountains

Bedrohung durch den Klimawandel

Zu den dort entdeckten Pflanzen zählt das vom Aussterben bedrohte Myrtengewächs Rhodamnia rubescens. Die Bestände leiden jedoch unter Lebensraumzerstörung und spezifischem Pilzbefall.

Die feuchten Schluchten dienten den Regenwäldern über Jahrtausende als natürliches Refugium. Der Klimawandel verändert dieses Gleichgewicht nun jedoch fundamental. Steigende Temperaturen und sinkende Niederschlagsmengen erhöhen die Brandgefahr in den benachbarten Eukalyptuswäldern.

Da die Regenwaldarten im Gegensatz zu den feuerresistenten Eukalypten nicht an Brände angepasst sind, gilt der Schutz dieser Gebiete als dringlich. Künftige Managementpläne sollen die nun identifizierten Waldgebiete explizit einbeziehen, um das Überleben dieser uralten Biotope zu sichern.