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Wärmepumpen-Förderung: Warum Zögern Hauseigentümer jetzt Tausende kostet

Symbolbild einer installierten Wärmepumpe in einem Wohnhaus. Aktuelle News

Die Förderbedingungen für Wärmepumpen unterliegen einem stetigen Wandel.

Die Zeit drängt für Immobilienbesitzer: Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass jeder zweite Deutsche die Anschaffung einer Wärmepumpe aufgrund der sich verschlechternden Förderbedingungen beschleunigen will. Mitte Juli erlebten Energieversorger bereits einen Ansturm auf die Antragsportale der KfW, da Eigentümer sich noch die aktuell höheren Zuschüsse sichern wollten.

Förderung schmilzt ab 2027

Die Motivation für den vorgezogenen Heizungstausch ist finanzieller Natur. Aktuell liegt die staatliche Unterstützung oft bei 55 Prozent, doch dieser Wert wird in Zukunft sinken. Ab Februar 2027 ist eine kontinuierliche Abschmelzung der Fördersätze alle sechs Monate vorgesehen.

Laut dem „Wärmepumpen-Monitor“ von Thermondo, durchgeführt durch das Institut Appinio, bewerten mehr als 50 Prozent der Befragten die Förderkürzungen negativ. Nur etwa jeder Fünfte sieht die Umstellung positiv. Die Konsequenz: 46 Prozent der Eigentümer planen den Wechsel nun früher als ursprünglich vorgesehen.

„Wer wartet, zahlt drauf“

Richard Lucht von Thermondo warnt eindringlich vor einer abwartenden Haltung: „Die neue Förderung macht klar: Wer wartet, zahlt drauf. Offenbar hat aber erst die Hälfte der Hausbesitzer verstanden, dass die Anschaffungskosten alle sechs Monate steigen.“

Zusätzlich zum Wegfall attraktiver Förderboni treiben steigende CO2-Abgaben, Netzentgelte und die Grüngasquote die Betriebskosten fossiler Heizungen nach oben. Die KfW registriert bereits einen signifikanten Anstieg bewilligter Anträge. Auch die Absatzzahlen der Hersteller im ersten Halbjahr, die 40 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen, unterstreichen den Trend.

Die Struktur der aktuellen Förderung

Die Bundesregierung hat das Fördersystem in verschiedene Bausteine unterteilt, wobei ein maximaler Zuschuss von 80 Prozent möglich bleibt. Das System setzt sich zusammen aus:

  • Grundförderung: 30 Prozent für alle Eigentümer.
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent für den frühzeitigen Austausch funktionstüchtiger Anlagen. Dieser Bonus sinkt ab Februar 2027 schrittweise und entfällt nach dem 1. August 2028 komplett.
  • Einkommensbonus: Gestaffelt nach zu versteuerndem Jahreseinkommen (bis 30.000 Euro: 40 Prozent; bis 40.000 Euro: 30 Prozent; bis 50.000 Euro: 10 Prozent).
  • Kinderzuschlag: Haushalte mit mindestens einem minderjährigen Kind erhalten einen Freibetrag von 10.000 Euro auf das zu versteuernde Einkommen.

Auch die maximal förderfähigen Kosten werden reduziert. Aktuell liegt dieser Wert bei 28.000 Euro, sinkt jedoch ab Februar 2027 alle sechs Monate um 750 Euro, bis er ab August 2030 bei 22.000 Euro stagniert.

Ausblick: Fokus auf EU-Produktion

Ab dem ersten Quartal 2027 plant die Regierung einen sogenannten Wertschöpfungsbonus. Wärmepumpen, die außerhalb der EU gefertigt oder montiert wurden, erhalten dann voraussichtlich nur noch 15 Prozent Grundförderung. Geräte aus EU-Produktion behalten den Anspruch auf 30 Prozent.

Ob sinkende Marktpreise für Wärmepumpen die geringere Förderung mittelfristig ausgleichen können, bleibt spekulativ. Hauseigentümer, die vor dem 20. Juli einen positiven Bescheid erhalten haben, sind von den kommenden Änderungen nicht betroffen und können zu den alten Konditionen sanieren.