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Trotz Förder-Kürzung: Wärmepumpen-Absatz nimmt in Deutschland Fahrt auf

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher zur privaten Stromerzeugung. Aktuelle News

Moderne Technik wie Balkonkraftwerke ergänzen zunehmend die private Energiewende.

Die Sorge war groß: Als Mitte Juli die staatliche Förderung für klimafreundliche Heizungen kurzfristig gekürzt wurde, fürchteten viele einen Einbruch bei der Wärmepumpen-Nachfrage. Doch die aktuellen Daten zeichnen ein völlig anderes Bild.

Statt eines Rückgangs verzeichnet die Branche ein deutliches Plus. Die Zahl der bewilligten Förderanträge liegt mittlerweile signifikant über dem Niveau der Vormonate.

Starker Anstieg bei den Förderanträgen

Nach Erhebungen der KfW wurden in den letzten beiden Juliwochen jeweils rund 15.000 Anträge bewilligt. Zuvor lag der wöchentliche Schnitt meist unter 10.000. Zwar dürfte ein Teil des Anstiegs auf einen Nachholeffekt nach einem zwischenzeitlichen Antragsstopp zurückzuführen sein, doch der Trend bleibt robust.

Für das erste Halbjahr 2026 melden der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) bereits rund 195.000 verkaufte Geräte an den Großhandel und Fachhandwerk. Das entspricht einem Zuwachs von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Rekordjahr in Sicht?

Sollte die Nachfrage stabil über der Marke von 10.000 Anträgen pro Woche bleiben, könnte der Absatz im Jahr 2026 die Schwelle von 400.000 Geräten überschreiten. Ein neuer Rekord wäre damit in greifbarer Nähe, auch wenn das ursprüngliche politische Ziel von 500.000 Installationen pro Jahr weiterhin herausfordernd bleibt.

BWP-Geschäftsführer Martin Sabel führt die positive Entwicklung auf zwei Faktoren zurück: „Das steigende Bewusstsein der Verbraucher für die Risiken fossiler Wärmeversorgung und der Erfolg der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).“

Trotz Förder-Kürzung: Wärmepumpen-Absatz nimmt in Deutschland Fahrt auf

Kleines Kraftwerk
Ein Balkonkraftwerk der Marke „Kleines Kraftwerk“ mit Speicherlösung.

Politische Unsicherheit bleibt

Die politische Debatte um das Gebäudemodernisierungsgesetz sorgt jedoch weiterhin für Diskussionsstoff. Während der Einbau von Gas- und Ölheizungen grundsätzlich wieder möglich bleibt, dürften die Betriebskosten für fossile Anlagen durch steigende Anforderungen an klimaneutrale Brennstoffe künftig zunehmen.

Branchenexperten warnen daher davor, sich von niedrigeren Anschaffungskosten bei fossilen Systemen täuschen zu lassen. Langfristig prognostizieren sowohl das Institut der Deutschen Wirtschaft als auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme steigende Kosten für Öl- und Gasheizungen.

Strompreis als Zünglein an der Waage

Ob der aktuelle Aufwärtstrend anhält, hängt maßgeblich vom Strompreis ab. Da Wärmepumpen mit elektrischer Energie betrieben werden, ist das Preisverhältnis zwischen Strom und fossilen Brennstoffen entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.

Der Branchenverband fordert daher konsequent Entlastungen bei der Stromsteuer sowie eine ambitionierte CO₂-Bepreisung fossiler Energien. Trotz der Förderkürzung bleibt das Bild für 2026 jedoch bemerkenswert: Die Energiewende im Heizungskeller findet auch unter erschwerten Rahmenbedingungen statt.

Häufige Fragen

Wie viele Wärmepumpen wurden im ersten Halbjahr 2026 verkauft?

Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut BWP und BDH rund 195.000 Geräte an den Großhandel und das Fachhandwerk abgesetzt.

Warum steigt die Nachfrage trotz der Kürzung der Förderung?

Laut dem BWP-Geschäftsführer Martin Sabel liegt dies am steigenden Bewusstsein der Verbraucher für die Risiken fossiler Wärme und am Erfolg der Bundesförderung.

Was beeinflusst die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen maßgeblich?

Die Wirtschaftlichkeit hängt entscheidend vom Strompreis und dem Preisverhältnis zwischen Strom und fossilen Brennstoffen ab.

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