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Dürre in Hohenlohe: Wenn der Mais vertrocknet und die Existenz der Höfe schrumpft

Ein Bauer kniet auf einem extrem ausgetrockneten Boden in einem Maisfeld. Aktuelle News

Harald Gronbach auf seinem Feld bei Crailsheim, wo die extreme Trockenheit tiefe Risse im Boden hinterlassen hat.

Harald Gronbach kniet in der staubigen Erde seines Maisfeldes bei Crailsheim. Seine Hand verschwindet fast in einem der tiefen Risse, die die anhaltende Dürre in den Boden gezogen hat. Seit Monaten fehlt es an ausreichendem Regen – eine Situation, die für den Landwirt existenzbedrohend wird.

Der Mais, das wichtigste Futtermittel für seine 130 Milchkühe, befindet sich in der sogenannten Notreife. Gronbach muss bereits in der kommenden Woche häckseln, Wochen früher als in einem normalen Erntejahr.

Schlachthof oder Zukauf: Der harte Alltag

Um seinen Betrieb durch den Herbst und Winter zu bringen, bleibt Gronbach kaum eine Wahl. Er muss Futtermittel zukaufen, doch die Preise sind hoch und das Angebot knapp. Gelingt dies nicht, droht der Schlachthof – eine Maßnahme, die er aus Tierschutzgründen vermeiden möchte.

Einige ältere Tiere sowie Rinder, die weniger für die Zucht geeignet waren, wurden bereits verkauft. „Wir sehen ja, dass die Futtergrundlage nicht ausreicht. Bis Herbst muss es regnen, sonst ist die Existenz des Betriebs auch bedroht“, sagt der 59-Jährige, der den Hof in Ingersheim in zweiter Generation führt.

Aktuell gibt es kaum Hoffnung auf Entspannung. Die Wetterprognosen melden keinen flächendeckenden Regen für die Region Hohenlohe. Gronbach vergleicht die aktuelle Lage mit dem historischen Dürresommer 1976 – doch die diesjährige anhaltende Trockenheit empfindet er als noch extremer.

Technik gegen die Hitze

Im Stall sollen große Ventilatoren den Tieren Erleichterung verschaffen. „Am besten kommen die Tiere bis 30 Grad klar“, erklärt Gronbach. Steigen die Temperaturen über 35 Grad, ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht. In diesen Fällen muss zusätzlich die Viehdusche zum Einsatz kommen.

Dürre in Hohenlohe: Wenn der Mais vertrocknet und die Existenz der Höfe schrumpft

Politische Unterstützung gefordert

Die Landesregierung in Baden-Württemberg reagiert auf die angespannte Lage mit Hilfspaketen. Agrarministerin Marion Gentges (CDU) kündigte an, dass Brachflächen temporär für die Futtermittelproduktion freigegeben werden sollen. Zudem wird geprüft, ob Transportkosten für Futterlieferungen bezuschusst werden können.

Die Branche steht ohnehin unter Druck: In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Zahl der Milchviehhalter im Südwesten halbiert. Der Bestand an Rindern ist um fast ein Viertel gesunken.

Investitionsstopp aus Vorsicht

Der Strukturwandel und die Klimafolgen zwingen Gronbach zu einer vorsichtigen Strategie. „Keine größeren Investitionen also, weil wir ja nicht wissen, ob wir nicht noch mehr Geld für Futter ausgeben müssen“, sagt er. Die aktuelle Qualität des Silomais ist mäßig, die Preise auf dem Markt jedoch überzogen.

Trotz der Sorgen bleibt der Landwirt ein Optimist. Er erinnert sich an frühere Dürrejahre, in denen der Regen im späten Herbst noch für eine späte Ernte sorgte. Sein Credo bleibt: „Es gibt immer eine Lösung.“

Häufige Fragen

Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung gegen die Futterknappheit?

Agrarministerin Marion Gentges kündigte an, Brachflächen temporär für die Futtermittelproduktion freizugeben und Zuschüsse für Transportkosten zu prüfen.

Wie wirkt sich die Hitze auf die Milchkühe aus?

Ab Temperaturen von 35 Grad ist die Belastungsgrenze der Tiere erreicht, weshalb zusätzlich zu Ventilatoren auch Viehduschen zum Einsatz kommen.

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