Warum ignorierte Bauchnabelfussel zu schmerzhaften „Nabelsteinen“ führen können
Aktuelle News
Bauchnabelfussel bestehen meist aus einer Mischung aus Textilfasern, Hautschuppen und Schweiß.
Sie sind grau, blau oder schwarz und finden sich fast in jedem Bauchnabel: Die kleinen Fussel, denen die meisten Menschen kaum Beachtung schenken. Doch die Wissenschaft zeigt, dass diese Ansammlungen keineswegs harmlos sind.
Woher kommen die Fussel wirklich?
Der österreichische Chemiker Georg Steinhauser ging dem Phänomen auf den Grund. In einem dreijährigen Selbstversuch sammelte und analysierte er 503 seiner eigenen Bauchnabelfussel. Das Ergebnis: Die Knäuel bestehen primär aus Textilfasern, ergänzt durch Hautschuppen, Staub und Schweiß.
Steinhausers Daten belegen zudem zwei Faktoren: Neue Kleidung fusselt deutlich stärker als bereits mehrfach gewaschene Stücke. Zudem ist die Körperbehaarung am Bauch entscheidend für die Ansammlung.
Der Mechanismus hinter der Ansammlung
Der Maschinenbauingenieur P. Deepu untersuchte den physikalischen Prozess hinter diesem Phänomen. Die Kombination aus Atmung und Bewegung sorgt dafür, dass sich Kleidung ständig über die Haut reibt.
Da Bauchhaare in der Regel in Richtung des Nabels wachsen, wirken sie wie ein Förderband. Die schuppenartige Oberfläche der Haare transportiert die Fasern direkt in die Vertiefung, wo sie schließlich durch Schweiß und Reibung hängen bleiben.

Statistisch gesehen sind vor allem Männer, ältere Personen, stark behaarte Menschen sowie Menschen mit einem nach innen gewölbten Bauchnabel von diesem Effekt betroffen.
Die Gefahr: Der Nabelstein
Wer die Fussel dauerhaft ignoriert, riskiert die Bildung eines sogenannten Nabelsteins. Hierbei handelt es sich um eine fest verhärtete, oft dunkel gefärbte Masse, die aus komprimierten Fusseln und Hautablagerungen besteht.
Ein Nabelstein kann schmerzhafte Entzündungen auslösen. Sollte es bereits zu einer solchen Verhärtung gekommen sein, ist Vorsicht geboten:
- Keine Gewalt: Versuchen Sie niemals, den Stein mit den Fingern oder spitzen Gegenständen herauszukratzen. Dies kann die empfindliche Haut im Nabel verletzen.
- Aufweichen: Tragen Sie über zwei bis drei Tage hinweg regelmäßig etwas Babyöl mit einem Wattestäbchen auf den Stein auf, um ihn aufzuweichen.
- Sanfte Entfernung: Nach der Aufweichphase lässt sich der Stein oft vorsichtig mit einer Pinzette lösen.
Nach der Entfernung sollte der Bereich gründlich mit warmem Wasser gereinigt und vorsichtig getrocknet werden. Bei Verletzungen der Haut oder wenn sich der Nabelstein nicht problemlos entfernen lässt, ist der Gang zur medizinischen Fachkraft zwingend erforderlich.
