Wasser-Veto gegen Google: Belgisches Ministerium stoppt geplantes Rechenzentrum
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Google wollte für sein Rechenzentrum in Farciennes massiv Flusswasser aus der Sambre entnehmen.
Wassermangel stoppt Tech-Großprojekt
Google muss bei seinen Expansionsplänen in der belgischen Region Wallonien einen Rückschlag hinnehmen. Das Unternehmen plante ein neues Rechenzentrum in der Gemeinde Farciennes, dessen Kühlung über eine Wasserentnahme aus dem Fluss Sambre erfolgen sollte.
François Desquesnes, der zuständige Minister für Raumplanung, hat die erforderliche Genehmigung nun jedoch verweigert. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Beschwerde eines Bürgers sowie die Sorge vor künftigen Dürreperioden. Desquesnes betonte, dass eine garantierte Wasserversorgung für die Region angesichts der aktuellen Hitzeentwicklung nicht sichergestellt werden könne.
Vom Luft- zum Wasserverbrauch: Die geänderten Pläne
Ursprünglich hatte die Region im Jahr 2024 den Bau von drei Rechenzentren unter der Maßgabe genehmigt, diese mit Luftkühlung zu betreiben. Im November 2025 beantragte die Google-Tochtergesellschaft Crystal Computing jedoch eine grundlegende Änderung: Zwei der Standorte sollten zusammengelegt werden, um künftig 600 Kubikmeter Flusswasser pro Stunde zu verbrauchen. Laut den vorliegenden Plänen sollten dabei weniger als 25 Prozent des entnommenen Wassers in die Sambre zurückgeführt werden.
Google-Standort in Belgien
Die Region kämpft bereits jetzt mit akuter Wasserknappheit. Um die Pegelstände der Sambre sowie des Kanals Brüssel-Charleroi zu halten, müssen seit über einem Monat stündlich 28.000 Kubikmeter Wasser aus umliegenden Seen in das System gepumpt werden.

Prioritäten in der Ressourcenverteilung
Angesichts dieser kritischen Lage fordert Minister Desquesnes eine klare gesetzliche Rangfolge bei der Wasserentnahme. Trinkwasser, die Schifffahrt, die Landwirtschaft sowie die Kühlung von Atomkraftwerken sollen zukünftig vorrangig behandelt werden. Google stehen für den Standort Farciennes nun zwei Wege offen: Entweder der Konzern kehrt zur ursprünglich genehmigten Luftkühlung zurück, oder er zieht vor den belgischen Staatsrat, um das Verbot gerichtlich prüfen zu lassen.
Globale Bedenken: Energie und Klima
Die Debatte in Belgien ist Teil einer wachsenden Kritik am Ressourcenverbrauch durch Rechenzentren weltweit. Experten warnen, dass der enorme Energiebedarf der Anlagen den Ausbau klimafreundlicher Infrastrukturen konterkarieren könnte. Aktuelle Analysen deuten darauf hin, dass die weltweit geplante Anzahl an Großrechenzentren mit Millionen Tonnen CO2-Emissionen verbunden sein könnte, was viele Versorger dazu zwingt, verstärkt auf fossile Energieträger wie Gas auszuweichen.

