Wende auf dem Automarkt: Warum der Umstieg auf E-Autos jetzt Fahrt aufnimmt
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Immer mehr Autofahrer in Deutschland entscheiden sich bei einem Fahrzeugwechsel für ein Elektroauto.
Der deutsche Automarkt erlebt eine Trendwende. Erstmals ist die Quote der Autofahrer, die beim Fahrzeugwechsel von einem Verbrennungsmotor auf ein Elektroauto umsteigen, auf über zehn Prozent gestiegen. Laut aktuellen Daten der HUK-COBURG lag dieser Wert im zweiten Quartal 2026 bei zwölf Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 6,3 Prozent zu Jahresbeginn.
Vertrauen in die Batterietechnologie steigt
Ein wesentlicher Grund für das wachsende Interesse ist die zunehmende Verlässlichkeit gebrauchter E-Autos. Unabhängige Zertifikate belegen heute, dass die Batterien auch nach drei bis vier Jahren noch über 90 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität verfügen. Diese Transparenz räumt eines der größten Bedenken beim Gebrauchtwagenkauf aus.
Zum Vergleich: Bei Smartphones gilt ein Akku oft bereits nach zwei bis drei Jahren bei durchschnittlicher Nutzung als stark gealtert, wenn die Kapazität unter 80 Prozent sinkt. Diese Langlebigkeit bei E-Autos hat das öffentliche Bild gewandelt: In einer YouGov-Umfrage bewertete erstmals die Hälfte der befragten Deutschen Elektroautos positiv.
Neuzulassungen: Stromer dominieren
Die positive Einstellung spiegelt sich direkt in den Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wider. Im Juli 2026 wurden rund 268.000 Fahrzeuge neu zugelassen, wovon 29,3 Prozent (etwa 79.000 Einheiten) rein elektrisch betrieben waren. Dies entspricht einem Zuwachs von 61,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Andere Antriebsarten verlieren an Boden: Benziner und Dieselfahrzeuge kamen auf 18,9 beziehungsweise 11,8 Prozent. Auch Hybride und Plug-in-Hybride verzeichneten mit 75.000 beziehungsweise 31.000 Neuanmeldungen einen Rückgang.

Marktführer und Preisentwicklung
Volkswagen verteidigt die Spitzenposition im Herstellerranking mit einem Marktanteil von 17,9 Prozent. Auch auf dem Gebrauchtmarkt dominieren deutsche Marken wie VW, Audi und Skoda das Geschehen.
Internationale Hersteller konnten sich nach einem schwierigen Jahr 2025 stabilisieren. Tesla steigerte seine Neuzulassungen um 7,8 Prozent auf etwa 29.000 Fahrzeuge. Auch der chinesische Hersteller BYD konnte mit circa 9.000 Neuzulassungen im ersten Quartal 2026 seine Wachstumsstrategie in Deutschland fortsetzen.
Der Umstieg wird zudem durch wirtschaftliche Faktoren begünstigt. Höhere Spritpreise, ausgelöst durch geopolitische Konflikte, bewegen vor allem Vielfahrer zum Wechsel. Zudem sind gebrauchte E-Autos mittlerweile teilweise bis zu 20 Prozent günstiger als vergleichbare Verbrenner, was den Trend weiter beschleunigt.
