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Warum E-Autos beim Werterhalt hinter Verbrennern zurückbleiben

Logo der Gebrauchtwagen-Plattform AutoUncle auf neutralem Hintergrund. Aktuelle News

Die Plattform AutoUncle hat den Wertverfall von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu Verbrennern analysiert.

Die Betriebskosten von Elektroautos sind niedrig, doch die Gesamtrechnung trügt oft. Wer den Wertverlust ignoriert, übersieht den größten Kostenfaktor beim Fahrzeugkauf. Während hohe Spritpreise und Klimasteuern den Wechsel zum E-Auto attraktiv erscheinen lassen, zeigt der Gebrauchtmarkt eine nüchterne Realität: Stromer verlieren derzeit deutlich schneller an Wert als Benziner oder Diesel.

Massiver Wertverlust: Die Zahlen

Eine aktuelle Marktanalyse der Gebrauchtwagen-Plattform „AutoUncle“ belegt das finanzielle Gefälle anhand von Fahrzeugen des Modelljahrs 2022:

  • E-Autos des Jahrgangs 2022 haben bei deutschen Händlern bis heute 50 Prozent ihres ursprünglichen Angebotspreises eingebüßt.
  • Benziner desselben Jahrgangs verloren im gleichen Zeitraum lediglich 33 Prozent an Wert.

In absoluten Zahlen bedeutet das: Ein durchschnittliches E-Auto kostete 2022 rund 52.300 Euro und ist heute nur noch etwa 26.000 Euro wert. Das entspricht einem monatlichen Wertverlust von rund 550 Euro. Bei einem Benziner, der 2022 bei etwa 38.100 Euro lag und nun rund 25.400 Euro wert ist, beläuft sich der monatliche Verlust auf etwa 265 Euro. Die Differenz beträgt damit stolze 285 Euro pro Monat.

Warum E-Autos schneller altern

Mads Noergaard, Marktanalyst bei AutoUncle, stellt fest, dass E-Autos in jeder Preisklasse schlechter abschneiden als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor – und zwar um 11 bis 16 Prozentpunkte.

Ein wesentlicher Grund ist der rasante technische Fortschritt. Michael Gerstner von „Bähr & Fess Forecasts“ erklärt: „Der Stand der Technik bei Akkus, Effizienz und Ladegeschwindigkeit verbessert sich so schnell, dass ein E-Auto schon nach wenigen Jahren veraltet wirken kann. Dieser Umstand drückt die Restwerte gebrauchter Fahrzeuge erheblich.“

Warum E-Autos beim Werterhalt hinter Verbrennern zurückbleiben

Marktverzerrung durch Politik

Auch staatliche Eingriffe spielen eine Rolle. Kaufprämien, die neue Elektroautos künstlich verbilligen, schaden dem Werterhalt der bereits auf dem Markt befindlichen Gebrauchtwagen. Obwohl Experten vor solchen Marktverzerrungen gewarnt hatten, hielt die Politik an entsprechenden Förderungen fest.

Dennoch gibt es Anzeichen für eine Stabilisierung. Der Markt für preiswerte E-Gebrauchtwagen ist bereits weitgehend leergefegt. Eine Wiederholung des massiven Preiskrieges, wie ihn Tesla Anfang 2023 auslöste, halten Experten für unwahrscheinlich – sofern kein technologischer Quantensprung bei Reichweiten oder autonomem Fahren erfolgt, der die bestehende Flotte schlagartig entwerten würde.

Unter dem Strich bleibt: Auch bei hohen Spritpreisen ist ein gebrauchter Verbrenner in der Gesamtkostenbetrachtung oft nicht die schlechtere Wahl. Wer heute ein Elektroauto kauft, sollte den deutlich höheren Wertverlust fest in sein Budget einplanen.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Wertverlust bei E-Autos aus dem Jahr 2022 im Vergleich zu Benzinern?

E-Autos des Modelljahrs 2022 haben bisher etwa 50 Prozent ihres Wertes verloren, während Benziner im gleichen Zeitraum nur 33 Prozent einbüßten.

Welchen Einfluss haben Preiskämpfe von Herstellern auf den Gebrauchtwagenwert?

Aggressive Preissenkungen, wie sie Tesla Anfang 2023 auslöste, drücken die Restwerte bestehender Elektrofahrzeuge massiv nach unten.

Stabilisiert sich der Markt für gebrauchte Elektroautos wieder?

Es gibt Anzeichen für eine Stabilisierung, da der Markt für preiswerte gebrauchte Elektroautos mittlerweile weitgehend leergefegt ist.

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