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Wenn das Kind im Auto eskaliert: Psychologin warnt vor „schützender Gewalt“

Familienpsychologin Nina Grimm im Gespräch Aktuelle News

Die Familienpsychologin Nina Grimm beleuchtet Grenzsituationen im Familienalltag.

Gefahrenmoment im Tunnel

Eine Autofahrt durch einen langen Tunnel wurde für die Familie von Nina Grimm zur Bewährungsprobe. Während ihr Mann das Fahrzeug steuerte, eskalierte ihre Tochter auf der Rückbank.

Die Familienpsychologin betont, wie schnell solche Situationen gefährlich werden können. Aggressionen von Kleinkindern auf engem Raum erzeugen eine enorme Spannung, die bei allen Beteiligten zu Kontrollverlust führen kann.

Die Falle der gegenseitigen Eskalation

Eltern reagieren in solchen Stressmomenten oft mit Lautstärke oder eigener Aggression. „Wir ticken selbst durch“, erklärt Grimm. Doch genau das sei der falsche Weg: Anstatt die Situation zu entschärfen, werde das Kind dadurch weiter angestachelt.

Rückblickend erkennt Grimm, dass ihre Tochter schlicht überreizt war – der Stress stammte aus einem Ferienlager, gefolgt von der sofortigen Urlaubsreise. Die entscheidende Erkenntnis für Eltern: Das Kind handelt in solchen Momenten nicht aus Bosheit, sondern aus emotionaler Überforderung.

Wenn das Kind im Auto eskaliert: Psychologin warnt vor „schützender Gewalt“

„Schützende Gewalt“ als letztes Mittel

In der konkreten Tunnel-Situation sah sich die Psychologin gezwungen, körperlich einzugreifen. Sie bezeichnet ihr Vorgehen provokant als „schützende Gewalt“, für die sie in streng bedürfnisorientierten Kreisen vermutlich stark kritisiert würde.

„Ich saß direkt neben ihr und konnte sie fixieren“, beschreibt Grimm ihr Handeln. Sie war sich bewusst, dass sie damit die körperlichen Grenzen ihrer Tochter überschritt. Doch die Sicherheit der gesamten Familie hatte Vorrang: „Ich wusste, dass es notwendig ist, damit wir hier nicht alle sterben.“

Führung statt Angst

Grimm plädiert dafür, die eigene Angst in solchen Momenten in „Klarheit und Führung“ umzuwandeln. Die innere Haltung bleibt dabei der Schlüssel: Eltern müssen die emotionale Not des Kindes erkennen, ohne sich von der eigenen Anspannung mitreißen zu lassen. Ziel ist es, das Kind sicher durch den emotionalen Ausbruch zu begleiten, ohne die Kontrolle über die Sicherheit im Fahrzeug zu verlieren.