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Wie Renaturierung das britische Land vor der Klimakrise bewahrt

Luftaufnahme einer grünen Feuchtgebietslandschaft neben braunem, ausgetrocknetem Land im Somerset. Aktuelle News

Luftaufnahme eines grünen Feuchtgebiets im Kontrast zur ausgetrockneten Umgebung des Holnicote Estate.

Ein grünes Bollwerk gegen die Dürre

Aktuelle Luftaufnahmen des National Trust-Anwesens Holnicote Estate in Somerset liefern den Beweis: Renaturierte Landflächen sind deutlich widerstandsfähiger gegen extreme Wetterereignisse. Während die umliegende Landschaft nach fünf Hitzewellen in diesem Sommer völlig ausgetrocknet und braun ist, bleibt das Areal, in dem Flüsse renaturiert und Feuchtgebiete wiederhergestellt wurden, sattgrün.

Aerial view of a green wetland with pools of open water beside a farm track and brown grass fields, bordered by hedgerows.
Luftaufnahme einer grünen Feuchtgebietslandschaft mit offenen Wasserflächen inmitten einer braunen, ausgetrockneten Umgebung.

Diese Projekte entkräften Kritiker, die behaupten, Renaturierung würde Waldbrände begünstigen. Tatsächlich fungieren die natürlichen Landschaften als Schutzschild.

Natürliche Lösungen für moderne Herausforderungen

Ben Eardley, Projektmanager in Holnicote, betont den radikalen Wandel im Umgang mit der Landschaft: „Über Generationen hinweg haben wir Feuchtgebiete trockengelegt und Flüsse begradigt, um Wasser so schnell wie möglich vom Land zu leiten. Wir haben diesen Ansatz umgekehrt.“

Durch die Wiederverbindung der Flusssysteme mit der Umgebung entstehen natürliche „Schwämme“. Diese speichern Wasser in Dürreperioden und schützen bei Starkregen die flussabwärts gelegenen Dörfer vor Überschwemmungen.

Wie Renaturierung das britische Land vor der Klimakrise bewahrt

Two swans swim in pools in a wet, green meadow in front of a dry field with straw bales and mature trees in the background.
Zwei Schwäne in einer Feuchtwiese vor einem trockenen Feld.

Ein dringender Appell an die Politik

Der Verlust von über 90 % der britischen Feuchtgebiete im letzten Jahrhundert erschwert die Anpassung an den Klimawandel. Harry Bowell, Direktor für Land und Natur beim National Trust, fordert von der Regierung verstärkte Investitionen in solche naturbasierten Lösungen.

„Der Sommer ist eine deutliche Warnung“, so Bowell. „Der Klimawandel ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern Realität.“ Angesichts prognostizierter Wetterextreme durch kommende El-Niño-Ereignisse müsse die Natur als „essenzielle Infrastruktur“ begriffen werden.

A man in a red shirt with a National Trust logo and black wellies wades through a shaded stream beside a large beaver dam of woven sticks.
Ein Mitarbeiter des National Trust watet durch einen Bachlauf neben einem Biberdamm.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen auch tragische Beispiele: Die Tieflandheide bei Dunwich wurde diesen Sommer durch ein Waldfeuer weitgehend vernichtet. Holnicote zeigt hingegen, wie resilient eine Landschaft gestaltet werden kann, wenn man ihr Raum zur Regeneration gibt.