Schweizer Biber spart Millionen: Wie ein Nager die Renaturierung übernimmt
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Ein Biber hat durch Dammbauarbeiten in der Hunzigenau eine neue Feuchtlandschaft erschaffen.
- Ein Biber hat in der Berner Hunzigenau durch einen massiven Damm eigenständig ein neues Feuchtgebiet geschaffen.
- Die natürliche Renaturierung sparte Naturschützern Kosten von über einer Million Franken sowie bürokratische Bewilligungsverfahren.
- Biber stehen unter strengem Schutz, da sie durch ihre Dämme wichtige Lebensräume schaffen und Wasser in der Landschaft speichern.
Biber schaffen durch ihre Staudämme neue Feuchtgebiete und Lebensräume, ohne dass kostenintensive Baggerarbeiten nötig sind. Zudem fungieren ihre Wasserläufe als natürliche Wasserspeicher gegen zunehmende Trockenheit.
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Natürlicher Landschaftsarchitekt in der Schweiz
In der Hunzigenau im Schweizer Kanton Bern hat ein Biber ganze Arbeit geleistet. Durch den Bau eines massiven Damms hat das Tier Waldflächen sowie angrenzende Felder geflutet und so ein vollkommen neues Feuchtgebiet geschaffen.
Entstanden sind Weiher, Bäche und Wasserläufe, ohne dass ein einziger Bagger zum Einsatz kam. Für die Naturschützer vor Ort ist das Ergebnis ein voller Erfolg.
Millionen-Ersparnis ohne Bürokratie
Lorenz Hirni von der Stiftung Dr. Werner Sidler ist begeistert: „Das ist grandios!“, kommentiert er das Werk des Nagers. Der Biber habe den Naturschützern die Arbeit schlichtweg abgenommen.
Die Kostenersparnis ist enorm. „Wenn wir das künstlich hätten revitalisieren müssen, hätte das über eine Million Franken gekostet“, so Hirni. Zudem wären langwierige Bewilligungsverfahren für den Eingriff in die Landschaft notwendig gewesen.
Wenn der Biber zur Herausforderung wird
In der Hunzigenau haben sich inzwischen vier Biberfamilien niedergelassen, die größte umfasst 14 Tiere. Die hohe Dichte der Nager bringt jedoch auch Konflikte mit sich. Wenn gestautes Wasser droht, Straßen oder Gebäude zu fluten, müssen Naturschützer eingreifen.

Hirni darf die Dämme zwar mit entsprechender Genehmigung öffnen, doch der Erfolg währt oft nur kurz. Häufig baut der Biber die Barrieren innerhalb weniger Nächte wieder auf.
Warum Biber geschützt sind
Trotz der punktuellen Probleme überwiegen die Vorteile. Biber gelten als essenzielle Landschaftsgestalter. Laut BUND Naturschutz schaffen sie durch ihre Staudämme wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Zudem wirken die Wasserläufe als natürliche Speicher, die Wasser länger in der Landschaft halten – ein wichtiger Faktor in Zeiten zunehmender Trockenheit.
Aufgrund dieser ökologischen Bedeutung steht der Biber unter strengem Schutz. Gemäß der europäischen FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat) dürfen die Tiere weder gefangen noch verletzt oder getötet werden. Auch ihre Ruhestätten genießen einen besonderen gesetzlichen Schutz.
Häufige Fragen
Dürfen Biberdämme bei Überschwemmungsgefahr entfernt werden?
Naturschützer dürfen die Dämme mit einer entsprechenden Genehmigung öffnen. Oft baut der Biber die Barrieren jedoch innerhalb weniger Nächte wieder auf.
Warum sind Biber streng geschützt?
Biber sind gemäß der europäischen FFH-Richtlinie geschützt, da sie eine essenzielle Rolle als Landschaftsgestalter spielen. Daher dürfen die Tiere weder gefangen, verletzt oder getötet werden.
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