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Zuckersteuer in Deutschland: Kommt ab 2027 der massive Preisaufschlag für Getränke?

Symbolbild für eine mögliche Zuckersteuer auf verschiedene Erfrischungsgetränke im Supermarktregal. Aktuelle News

Die Bundesregierung plant eine neue Abgabe auf zuckerhaltige Getränke.

Die Einführung einer Sonderabgabe auf süße Getränke in Deutschland rückt näher. Einem Papier des Finanzministeriums zufolge könnte die geplante Steuer deutlich weitreichender sein als bislang angenommen.

Geplant ist, die Abgabe nicht nur auf klassische Limonaden zu erheben. Auch Fruchtsäfte, Milchmischgetränke und sogar zuckerfreie Light-Varianten sollen unter die neue Regelung fallen. Für Verbraucher könnte dies ab 2027 zu spürbaren Mehrkosten von bis zu 30 Prozent führen.

Drei Steuerstufen nach Zuckergehalt

Der Entwurf sieht ein gestaffeltes Modell vor, das sich am Zuckergehalt der jeweiligen Produkte orientiert. Auf den so erhöhten Preis wird zudem die reguläre Mehrwertsteuer aufgeschlagen, was die Kosten an der Ladenkasse weiter in die Höhe treibt.

Die drei geplanten Stufen im Überblick:

  • 4,5 bis 7 Gramm Zucker pro 100 ml: 26 Cent pro Liter.
  • Bis zu 10 Gramm Zucker pro 100 ml: 32 Cent pro Liter.
  • Über 10 Gramm Zucker pro 100 ml: 38 Cent pro Liter.

Zuckersteuer auf Getränke
Symbolbild für eine mögliche Zuckersteuer auf verschiedene Erfrischungsgetränke im Supermarktregal.

Auswirkungen auf den Einkauf

Die Preissteigerungen fallen je nach Produkt und Zuckergehalt unterschiedlich aus. Beispiele verdeutlichen die geplante Belastung:

Zuckersteuer in Deutschland: Kommt ab 2027 der massive Preisaufschlag für Getränke?
  • 2 Liter Eistee (6,7 g Zucker/100 ml): ca. 62 Cent Aufschlag inkl. Mehrwertsteuer.
  • 1 Liter Fanta oder Sprite (9,1 g Zucker/100 ml): ca. 38 Cent Aufschlag inkl. Mehrwertsteuer.
  • 1 Liter Coca-Cola (10,6 g Zucker/100 ml): ca. 45 Cent Aufschlag inkl. Mehrwertsteuer.

Brisant: Auch Zero-Varianten, die lediglich Süßungsmittel statt Zucker enthalten, könnten um fast 28 Prozent teurer werden.

Gesundheitspolitik oder fiskalisches Ziel?

Offiziell verfolgt die Bundesregierung mit dem Vorhaben das Ziel, den Konsum ungesunder Getränke zu reduzieren. Erfahrungen aus dem Ausland, etwa Großbritannien oder Mexiko, zeigen, dass solche Steuern Industrie-Rezepturen verändern können.

Kritik regt sich jedoch an der Verwendung der Einnahmen. Aktuellen Plänen zufolge sind die durch die Zuckersteuer generierten Gelder nicht zweckgebunden für das Gesundheitssystem vorgesehen. Zudem warnt die WHO vor den langfristigen gesundheitlichen Risiken durch den vermehrten Konsum von synthetischen Süßstoffen.

Da es sich derzeit lediglich um einen Entwurf handelt, sind Änderungen im weiteren Gesetzgebungsprozess weiterhin möglich.