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Griechenlands Strand-Revolution: So wehren sich Behörden gegen illegale Beach-Bars

Protestbewegung an einem griechischen Strand Aktuelle News

Die „Handtuchbewegung“ setzt sich für den freien Zugang zu griechischen Küsten ein.

Staatliches Durchgreifen an den Küsten

Wer in Griechenland Urlaub macht, kennt das Bild: Strandabschnitte, die fast vollständig mit Liegen und Sonnenschirmen belegt sind. Doch damit ist jetzt Schluss. Die griechischen Behörden haben den Kampf gegen die Kommerzialisierung der Küsten verschärft. Über 1.500 Kontrollen an mehr als 300 Stränden wurden bereits durchgeführt, um illegale Flächenbesetzungen und Verstöße gegen Konzessionen aufzudecken.

Besonders hart trifft es Betreiber auf Rhodos, Zakynthos, Chalkidiki, Elis und Kavala. Hier verhängte der Staat bereits Betriebsschließungen und saftige Geldstrafen. Auf Rhodos und Zakynthos wurden in Einzelfällen Sanktionen von über 70.000 Euro fällig.

Strenge Regeln für die private Nutzung

In Griechenland sind Strände per Gesetz Gemeingut. Wer sie kommerziell nutzen will, benötigt eine strikte Genehmigung. Dabei gelten klare Vorgaben:

  • Mindestens 50 Prozent der Strandfläche müssen dauerhaft frei bleiben.
  • Eine Konzession darf maximal 500 Quadratmeter umfassen.
  • Sonnenschirme und Liegen dürfen höchstens 60 Prozent der Fläche (in Schutzgebieten nur 30 Prozent) einnehmen.
  • Zwischen den Betrieben muss ein Abstand von mindestens sechs Metern liegen.
  • Liegen müssen einen Mindestabstand von vier Metern zum Wasser einhalten.

Für kleine Küstenabschnitte mit einer Breite von weniger als vier Metern oder einer Gesamtfläche unter 150 Quadratmetern ist eine gewerbliche Nutzung sogar gänzlich untersagt.

Urlauber werden zu Kontrolleuren

Die Regierung setzt auf digitale Unterstützung durch die Bevölkerung. Die Smartphone-App „MyCoast“ ermöglicht es Badegästen, die rechtmäßig konzessionierten Flächen auf einer Karte einzusehen. Sollte ein Anbieter den Bereich überschreiten, können Urlauber direkt in der App Beschwerde einreichen – auf Wunsch auch anonym.

Griechenlands Strand-Revolution: So wehren sich Behörden gegen illegale Beach-Bars

Zusätzlich dazu überwachen Drohnen und Satellitenbilder die Einhaltung der Regeln aus der Luft. Diese technologische Aufrüstung ist eine direkte Antwort auf die landesweite „Handtuchbewegung“, die 2023 auf der Insel Paros entstand. Die Proteste richteten sich gegen die zunehmende Verdrängung der Öffentlichkeit durch private Strandbars.

Drohende Sanktionen bei Verstößen

Die Konsequenzen für Betreiber sind massiv. Bei Behinderung des Zugangs zum Meer drohen Bußgelder zwischen 2.000 und 60.000 Euro. Wer die Konzessionsfläche überschreitet, zahlt das Vierfache des üblichen Mietpreises für die widerrechtlich besetzte Fläche. Zudem riskiert der Betreiber den dauerhaften Ausschluss von künftigen Konzessionsverfahren.

Trotz der verschärften Lage bleibt der Konflikt bestehen. Lokale Vereine, wie auf Paros oder Rhodos, kritisieren weiterhin die schleichende Privatisierung von Buchten. Die Behörden jedoch halten an ihrem Kurs fest: Die Kontrollen sollen auch in Zukunft konsequent fortgesetzt werden.