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SailGP: Wenn 2,4 Tonnen schwere Katamarane über das Wasser fliegen

Ein F50-Katamaran in voller Fahrt bei der SailGP-Regatta. Aktuelle News

Die F50-Katamarane erreichen Geschwindigkeiten von über 100 km/h.

Segeln ist im SailGP nicht mehr mit der klassischen Regatta zu vergleichen. Hier fungieren F50-Katamarane als schwimmende Hochtechnologielabore, die mit bis zu 100 km/h über die Wasseroberfläche jagen. Es ist das „Heavy Metal“ des Segelsports.

Fliegende Geschosse statt Segelboote

Die F50-Katamarane der Rolex SailGP Championship heben buchstäblich ab. Dank spezieller Hydrofoils schweben sie einen Meter über dem Wasser und minimieren so den Widerstand. Mit Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern übertreffen sie die Windgeschwindigkeit deutlich.

Die technische Basis ist beeindruckend:

  • Maße: Ein 15 Meter langer Katamaran mit einer Breite von fast neun Metern.
  • Antrieb: Ein bis zu 29 Meter hoher, starrer Carbon-Flügel, der eher einer Flugzeugtragfläche gleicht als einem klassischen Segel.
  • Wert: Ein einzelnes Boot schlägt mit etwa 3,4 Millionen Euro zu Buche.

Physik am Limit

Bei hohen Geschwindigkeiten jenseits der 90-km/h-Marke stoßen die Boote an physikalische Grenzen. Es tritt das Phänomen der Kavitation auf: Durch Unterdruck entstehen Dampfblasen an den Foils, die Vibrationen verursachen und das Boot schwerer kontrollierbar machen. Aktuelle Foil-Geometrien erlauben es jedoch, diesen Effekt zu verzögern – der Rekord liegt bei 103,85 km/h, aufgestellt vor Sassnitz.

Teamarbeit statt Materialschlacht

SailGP ist eine „One-Design“-Serie. Alle 13 Nationalteams nutzen baugleiche Boote. Der Sieg wird nicht in der Werkstatt, sondern auf dem Wasser entschieden. Eine Crew besteht aus sechs Spezialisten, die perfekt harmonieren müssen:

SailGP: Wenn 2,4 Tonnen schwere Katamarane über das Wasser fliegen
  • Steuermann: Bedient ein Cockpit, das an einen Rennwagen erinnert.
  • Stratege: Beobachtet das Umfeld, da der massive Flügel die Sicht des Steuermanns einschränkt.
  • Flight Controller: Reguliert die Flughöhe über die Foils.
  • Wing Trimmer: Optimiert die Stellung des Flügels zum Wind.
  • Zwei Grinder: Erzeugen durch Muskelkraft die nötige Energie für die Hydraulik.

Daten als Treibstoff

Jedes Boot ist mit über 1200 Sensoren ausgestattet. Diese liefern in Echtzeit Daten über Lasten, Wind und Neigungswinkel. Die Teams analysieren diese Informationen sogar während des Rennens, um ihre Performance ständig zu optimieren. Das modulare Flügel-System – wählbar in verschiedenen Größen – ermöglicht zudem die Anpassung an unterschiedliche Windbedingungen.

Die Sicherheit der Crew ist bei diesen Kräften essenziell. Zur Standardausrüstung gehören Helme, Prallschutzwesten, Sicherheitsgurte, Sauerstoffreserven und Messer, um sich im Notfall aus Leinen befreien zu können. Die scharfen Carbon-Foils stellen dabei ein konstantes Verletzungsrisiko dar.

Ob bei der Regatta am 22. und 23. August in Sassnitz oder an anderen Standorten: Der SailGP demonstriert eindrucksvoll, wie Ingenieurskunst und menschliches Reflexvermögen den Segelsport in eine neue Ära führen.

Häufige Fragen

Wie schnell sind die SailGP-Boote?

Die F50-Katamarane erreichen Geschwindigkeiten von über 100 km/h.

Was kostet ein F50-Katamaran?

Ein einzelnes Boot hat einen Wert von etwa 3,4 Millionen Euro.

Wie viele Personen gehören zur Crew eines Bootes?

Eine Crew besteht aus insgesamt sechs Spezialisten, die verschiedene Aufgaben wie Steuern, Taktik oder Energieerzeugung übernehmen.

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