Tradition trifft Moderne: Ein 340-Quadratmeter-Refugium in Portixol
Ratgeber & Tipps
Der Garten fungiert als natürliche Erweiterung des Wohnbereichs.
Direkt an der Küste von Portixol vereint ein 340 Quadratmeter großes Wohnhaus klassische mediterrane Architektur mit zeitgenössischem Design. Das Projekt, entworfen von Architekt Claudio Hernández in Zusammenarbeit mit dem Studio von Isabel López Vilalta und Nina Dubarry, beweist, dass traditionelle Materialien wie Terrazzo, Terrakotta und Naturholz auch in modernen Innenräumen Bestand haben.
Die ursprüngliche, stark unterteilte Raumaufteilung wurde radikal geöffnet. Ziel war es, Sichtachsen zu schaffen, die das Licht und die Landschaft von Portixol bis tief in das Innere des Hauses leiten. Während der Grundriss funktional modernisiert wurde, blieb die äußere Gebäudehülle durch die geschickte Integration eines neuen Untergeschosses unangetastet.
Der Garten fungiert als natürliche Erweiterung des Wohnbereichs.
Das Haus erfüllt zwei gegensätzliche Anforderungen: Es dient als privater Rückzugsort für die Familie und bietet gleichzeitig genug Flexibilität für Gäste. Im Garten unterstreicht ein funktionales Nebengebäude dieses Konzept, das als Sommer-Wohnzimmer und Gästeunterkunft dient.
Die Renaissance des Terrazzo
Ein zentrales Element des Designs ist der Bodenbelag. Anstatt das gesamte Haus mit einem einheitlichen Material zu belegen, wurden für jede Zone spezifische Bodenbeläge gewählt. Besonders hervorzuheben ist dabei die Rückkehr des Terrazzo.
Terrazzo gewinnt in dieser Villa in Portixol an Bedeutung.
Das Studio Isabel López Vilalta betont, dass die Wiederentdeckung dieses Materials eng mit der Wertschätzung für langlebige Stoffe verbunden ist: „Terrazzo ist tief in der mediterranen Architektur verwurzelt. Wenn man ihn erhält, statt ihn zu ersetzen, gewinnt der Raum eine Authentizität, die mit modernen Ersatzstoffen kaum zu erreichen ist.“ Für zeitgemäße Räume empfehlen die Expertinnen neutrale Basistöne wie Sand, Steingrau oder sanfte Grüntöne, wobei die Größe der Zuschlagstoffe maßgeblich über die visuelle Wirkung entscheidet.

Materialmix ohne Brüche
Damit die Kombination aus Terrazzo, hydraulischen Fliesen und Holz nicht fragmentiert wirkt, setzt das Gestaltungsteam auf einen gemeinsamen Nenner: natürliche, zeitlose Grundtöne. Im Innenbereich ergänzen hydraulische Fliesen von Huguet das klassische mallorquinische Erbe durch grafische Muster in Grün- und Blautönen, während in den Schlafräumen Parkett für Wärme sorgt.
Hydraulische Fliesen bringen Farbe und handwerkliches Flair in den Raum.
Die Übergänge zwischen diesen Materialien wurden präzise geplant, um die Zonen optisch zu definieren, ohne den Fluss des Raumes zu unterbrechen. Ergänzt wird dies durch moderne Akzente: eine Kücheninsel aus Stahl von Bulthaup trifft auf Eichenholz, Rattan und Leinen. Innenliegende Bogentüren mit strukturiertem Glas interpretieren die ursprüngliche Architektur neu.
Die Schlafzimmer setzen auf die Wärme von Naturholz.
Mut zur Erhaltung
Für die Architekten steht fest: Bestehende Bodenbeläge sollten vor einem Austausch immer auf ihre Restaurierungsfähigkeit geprüft werden. Dass alter Boden ein Haus „verstaubt“ wirken ließe, sei ein Trugschluss. Die Wirkung hänge nicht vom Material selbst ab, sondern von der Kombination mit modernem Mobiliar und gezielter Beleuchtung.
Das Projekt verwandelt ein stark unterteiltes Haus in einen offeneren Rückzugsort.
Diese Spannung zwischen historischem Erbe und zeitgenössischer Architektur definiert den Charakter der Villa. In Portixol wurde die Vergangenheit nicht ausgelöscht, sondern als lebendiges Fundament für eine moderne Wohnweise begriffen.





