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US-Marine plant Umbenennung von Flugzeugträger: Doris Miller soll Donald Trump weichen

Donald Trump bei einer Baustellenbesichtigung des geplanten Weißen Hauses Ballsaals. Aktuelle News

Donald Trump spricht bei der Baustelle für den geplanten Ballsaal im Weißen Haus.

Familie von Doris Miller: „Ein Schock für uns“

Berichte über eine mögliche Umbenennung eines neuen US-Flugzeugträgers sorgen für heftige Kritik. Das Schiff, das ursprünglich zu Ehren des afroamerikanischen Kriegshelden Doris Miller benannt werden sollte, könnte laut Medienberichten stattdessen den Namen von Donald Trump tragen.

Thomas Bledsoe, der Großneffe von Doris Miller, äußerte gegenüber CNN sein Entsetzen. „Es ist nicht nur ein Schock, sondern es ist zudem schockierend, dass wir dies über die Medien erfahren mussten und nicht direkt von der Navy“, erklärte er. Für die Familie gehe es bei der Benennung um weit mehr als einen Namen auf einem Rumpf: „Es geht um eine Chance, um Ziele und darum, wie wir als Gemeinschaft zusammenwachsen können.“

Donald Trump spricht bei der Baustelle für den geplanten Ballsaal im Weißen Haus.
Donald Trump bei der Baustelle für den geplanten Ballsaal im Weißen Haus.

Kritik von NAACP und Politikern

Die NAACP kritisierte den Vorstoß scharf. Präsident Derrick Johnson bezeichnete den Plan als „Schlag ins Gesicht für jeden Kriegshelden und jeden Soldaten“. Er warf dem Präsidenten vor, die militärische Tradition für persönliches Branding zu missbrauchen.

Auch aus den Reihen der Politik kommt Widerstand. Der US-Senator und ehemalige Marineoffizier Mark Kelly erklärte über den Kurznachrichtendienst X, dass ein Flugzeugträger nicht umbenannt werden sollte – insbesondere nicht nach einem Präsidenten, der den Dienst von Soldaten wie Miller herabgewürdigt habe.

Hintergrund: Wer war Doris Miller?

Doris Miller war der erste Afroamerikaner, der mit dem Navy Cross ausgezeichnet wurde. Während des Angriffs auf Pearl Harbor rettete er unter Lebensgefahr seinen verwundeten Kapitän und bediente eigenmächtig eine Flugabwehrkanone, obwohl er dafür keine formale Ausbildung besaß. Er kam 1943 bei einem Einsatz auf See ums Leben.

US-Marine plant Umbenennung von Flugzeugträger: Doris Miller soll Donald Trump weichen

In den jüngsten Anordnungen zur Modernisierung der US-Flotte durch die Regierung Trump wird der Flugzeugträger offiziell nicht mehr beim Namen genannt, sondern nur noch über seine Rumpfkennung CVN-81 geführt. Dies nährt die Spekulationen über eine bevorstehende offizielle Umbenennung.

Weitere politische Kontroversen

Neben der Debatte um den Flugzeugträger steht die Regierung unter Druck bei anderen Großprojekten und außenpolitischen Entscheidungen. Das umstrittene 400-Millionen-Dollar-Ballsaal-Projekt des Weißen Hauses darf nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vorerst fortgesetzt werden, obwohl untere Instanzen den Baustopp wegen fehlender Kongressgenehmigung gefordert hatten.

Zudem sorgt eine neue Abschiebepraxis für Unmut. Nachdem fünf Migranten die Einreise nach Liberia verweigerten, wurden sie gegen ihren Willen nach Äquatorialguinea geflogen. Menschenrechtsgruppen kritisieren den Umgang mit diesen sogenannten Drittstaaten-Deportierten scharf, da ihnen in ihren Herkunftsländern teils schwere Gewalt droht.

Gleichzeitig sieht sich das Weiße Haus mit Kritik an einer neuen Importregelung für Rindfleisch konfrontiert, die selbst bei republikanischen Senatoren wie Tim Sheehy auf Ablehnung stößt, da sie die heimischen Rancher unter Druck setze.