Warum die Ukraine ihre Tanker-Angriffe am Hafen Noworossijsk stoppte
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Wolodymyr Selenskyj im Gespräch mit westlichen Verbündeten.
Diplomatischer Druck aus Washington
Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf Öltanker in der Nähe des russischen Schwarzmeerhafens Noworossijsk gestoppt. Laut einem Bericht der Financial Times geht diese Entscheidung auf eine direkte Aufforderung von US-Vizepräsident JD Vance zurück.
Bei einem Telefonat am 31. Juli mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj drängte Washington auf ein Ende der Schläge. Die Sorge: Die Angriffe destabilisieren den Ölmarkt und treffen westliche Unternehmen.
Schutz der kasachischen Energieexporte
Im Zentrum der Bedenken stehen Tanker, die kasachisches Öl über das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC) transportieren. Diese Route ist für die USA von strategischer Bedeutung, da sie eine Alternative zu russischen Energielieferungen darstellt.
Die informelle Vereinbarung ist klar definiert:
- Die Ukraine verzichtet auf Angriffe auf das CPC-Terminal.
- Schiffe ohne russischen Bezug bleiben verschont.
- Die Schiffe dürfen nicht unter ukrainischen Sanktionen stehen und kein russisches Öl geladen haben.
Wirtschaftliche Folgen für den Westen
Die Auswirkungen der früheren Drohnenangriffe waren gravierend. Im Juli sank die Ölproduktion Kasachstans um 14 Prozent, da bis zu 20 Prozent der Verladungen am CPC-Terminal durch die militärische Aktivität beeinträchtigt wurden.

Betroffen waren dabei auch Konzerne wie Chevron und ExxonMobil, die in kasachische Ölfelder investiert haben. Am 17. Juli wurde ein von Exxon gecharterter Tanker bei einem ukrainischen Angriff getroffen.
Kiews strategische Interessen
Kiews Zurückhaltung ist kein reiner Akt des Gehorsams. Die Ukraine ist bei der Abwehr russischer Angriffe auf die Unterstützung durch die USA angewiesen. Unter anderem hofft die Regierung in Kiew auf eine US-Genehmigung zur Produktion von Patriot-Abfangraketen, um sich auf den kommenden Winter vorzubereiten.
Während die Tanker-Angriffe gestoppt wurden, setzt die Ukraine ihren Druck auf russische Infrastruktur an anderen Stellen fort. Russische Raffinerien bleiben weiterhin Ziele, um Moskaus Einnahmen aus dem Energiesektor zu schmälern und den russischen Binnenmarkt für Kraftstoffe unter Druck zu setzen.
