Annette Frier über die Menopause: „Pubertät 2.0 – und keiner spricht darüber“
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Die Schauspielerin Annette Frier kritisiert das Rollenangebot für Frauen ab 50.
- Annette Frier kritisiert den Mangel an vielschichtigen Rollen für Frauen über 50 in der Filmbranche.
- Die Schauspielerin bezeichnet die Menopause als unterschätzte Phase der Riesenpower und vergleicht sie mit einer zweiten Pubertät.
- Trotz kleiner Fortschritte fordert Frier einen konsequenten strukturellen Wandel bezüglich der Darstellung von Frauen im Fernsehen.
Frier möchte das große Schweigen über diese Lebensphase brechen, da ihr in der Filmbranche bisher an Sichtbarkeit und guten Rollen fehlte. Sie betont, dass die Wechseljahre eine Phase großer gesellschaftlicher Relevanz und persönlicher Power sind.
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Annette Frier hat genug von den Klischees der Filmbranche. Mit 52 Jahren blickt die Schauspielerin kritisch auf das Rollenangebot für Frauen in ihrem Alter. Während die „Midlife-Crisis“ des Mannes als fester Bestandteil des Erzählens in unzähligen Filmen zelebriert wird, bleibt die Lebensphase der Menopause weitgehend unsichtbar.
Ein Tabuthema mit Riesenpower
In ihrer Serie „Frier und Fünfzig“ verarbeitet die Schauspielerin eigene Erfahrungen mit den Wechseljahren. Für Frier ist es unverständlich, warum dieses Thema in der Unterhaltungsbranche so stiefmütterlich behandelt wird. „Mir hat die Sichtbarkeit dieser Lebensphase gefehlt, mir wurden da keine guten Rollen angeboten“, erklärt sie im Gespräch mit „Marie Claire“.
Sie betont die gesellschaftliche Relevanz: Rund 10 bis 22 Millionen Menschen in Deutschland sind zwischen 40 und 60 Jahre alt. „In der Menopause steckt eine Riesenpower. Was da mit dem eigenen Körper passiert, in was für eine Krise man gerät, das ist doch Pubertät 2.0“, so Frier. Während über die erste Pubertät unzählige Geschichten erzählt würden, herrsche bei der zweiten im Leben einer Frau ein „großes Schweigen“.
Strukturelle Defizite und ein Wunsch nach dem „großen Knall“
Frier prangert an, dass Frauen in der TV-Landschaft oft auf ihre Funktion reduziert werden: „Frauen sind nach junger Mutter einfach irgendwann die Oma, das ist doch krass!“ Zwar nimmt sie erste positive Veränderungen in der Branche wahr, doch der strukturelle Wandel müsse konsequent vorangetrieben werden. „Solange sich die Strukturen nicht ändern, müssen wir weitermachen“, fordert sie.

Besonders die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern stößt ihr sauer auf. Dass ihre natürliche Erscheinung ohne Botox in der ersten Szene ihrer Serie mediale Aufmerksamkeit erregte, empfindet sie als bezeichnend. Ein männlicher Kollege würde vermutlich nicht mit diesem Fokus bewertet werden.
„Die Power liegt weltweit allein bei Männern“, stellt Frier fest. Sie sieht Frauen weiterhin als diejenigen, die einen Großteil der gesellschaftlichen Care-Arbeit leisten, ohne dass sich dies in den Machtverhältnissen widerspiegele. Trotz dieser klaren Analyse blickt sie vorsichtig optimistisch in die Zukunft – in kleinen Schritten, wie sie sagt: „Ich hoffe immer auf den großen Knall, dass sich das endlich ändert.“
Mit ihrem Anliegen ist Frier nicht allein. Auch prominente Kolleginnen wie Heidi Klum sprechen zunehmend offen über die physischen und psychischen Veränderungen durch die Menopause und setzen damit ein Zeichen gegen das Schweigen.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen in Deutschland sind zwischen 40 und 60 Jahre alt?
Laut dem Artikel sind rund 10 bis 22 Millionen Menschen in Deutschland in diesem Altersbereich.
Welche Kritik übt Annette Frier an der aktuellen TV-Landschaft?
Sie bemängelt, dass Frauen in der Unterhaltungsbranche oft auf ihre Funktion als Mutter oder Oma reduziert werden.
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