Weg vom Klischee: Warum immer mehr Frauen in Thüringen zur Angel greifen
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Immer mehr Frauen entdecken das Angeln für sich.
- Immer mehr Mädchen und Frauen in Thüringen finden Gefallen am Angelsport.
- Der Landesanglerverband Thüringen verzeichnet durch diesen Trend einen stetigen Mitgliederzuwachs.
- Heute sind in den 256 Vereinen des Landesverbandes etwa 1.400 Frauen organisiert.
Für viele Anglerinnen steht die Auszeit in der Natur und die Ruhe am Wasser im Vordergrund. Zudem sorgt die konsequente Jugendarbeit der Angelvereine für ein wachsendes Interesse bei jungen Frauen.
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Vom Nischenhobby zum Trend
Lilli Langbein weiß genau, was sie am Wasser sucht. Gefragt nach ihrem Lieblingsfisch, nennt sie sofort die Schleie: „Die Tiere sehen toll aus und sind nicht ganz so leicht zu fangen – man braucht Geduld.“ Für Langbein ist das Angeln weit mehr als nur der Jagderfolg; es ist die Auszeit in der Natur, die den Reiz des Hobbys ausmacht.
Sie ist damit längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. André Pleikies, Geschäftsführer des Landesanglerverbandes Thüringen, beobachtet einen deutlichen Wandel: „Immer mehr Mädchen und Frauen interessieren sich für das Angeln.“ Sie tragen maßgeblich zum stetigen Mitgliederzuwachs des Verbandes bei.
Historischer Wandel in Thüringen
Die Zahlen belegen diesen Trend. In den 256 Vereinen des Landesverbandes sind aktuell rund 1.400 Frauen organisiert. Vor etwa 20 Jahren lag dieser Anteil noch bei mageren drei Prozent. Heute schätzt Pleikies, dass insgesamt rund 2.500 Frauen und Mädchen im Freistaat regelmäßig angeln, wenn man die nicht in Vereinen organisierten Anglerinnen hinzurechnet.
Besonders die konsequente Jugendarbeit zeigt Wirkung. Holm Ender, Jugendwart beim Angelverein SFV 1970 Tambach Dietharz, erinnert sich an den Start der Jugendgruppe im Jahr 2013. Seine Tochter Lilli war von Anfang an dabei – damals noch eine absolute Seltenheit.
„Heute haben wir im Schnitt zwei bis drei Mädchen in einer Zehnergruppe“, so Ender. Die Nachfrage übersteigt mittlerweile oft das Angebot. Auch im sogenannten Casting-Sport, bei dem es um die Wurfpräzision geht, steigt das Niveau bei den Frauen stetig an.

Die „Wundertüte“ am Wasser
Lilli Langbeins Begeisterung wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Schon als Vierjährige war sie mit der Rute unterwegs. Heute favorisiert sie das Stippangeln – eine Technik ohne Rolle, die auf purer Einfachheit basiert.
Sie nennt es liebevoll ihre „Wundertüte“. Da man sich nicht auf eine bestimmte Fischart einschießt, ist die Überraschung am Haken garantiert: „Von Weißfischen über Karpfen bis hin zur Forelle war schon alles dabei – sogar einen Hecht habe ich damit schon gelandet.“
Individuelle Vorlieben statt Geschlechterrollen
Trotz der langen Männerdominanz berichten Anglerinnen von kaum negativen Erfahrungen. Fachlich gebe es ohnehin keine Unterschiede, die das Geschlecht betreffen würden. Ob Ausrüstung oder die Wahl der Angelmethode – die Entscheidungen sind rein individuell.
Dennoch beobachtet Langbein eine gewisse Zurückhaltung bei Mädchen, die zum ersten Mal eine Rute in die Hand nehmen. Während Jungen oft unbefangener an die Sache herangehen, bräuchten Mädchen manchmal einen kleinen Anstoß. „Ich hoffe, dass sich mehr trauen“, sagt sie. „Wer die Natur liebt, für den ist Angeln genau das Richtige.“
Häufige Fragen
Wie viele Frauen angeln in Thüringen?
Rund 1.400 Frauen sind in den Vereinen des Landesverbandes organisiert, insgesamt wird die Zahl auf 2.500 Anglerinnen geschätzt.
Gibt es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Anglern?
Nein, fachlich gibt es bei der Ausrüstung oder der Wahl der Methode keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.
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